»Eine ganz schlechte Show«

Gedenkinitiative kritisiert den neuen Brandversuch, der den Tod des Flüchtlings Oury Jalloh aufklären soll

  • Von Hendrik Lasch, Dippoldiswalde
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach wenigen Minuten sind zwei der vier Bildschirme blind. Dichter Rauch verhindert, dass die Videokameras weiter Aufnahmen aus dem Nachbau einer Polizeizelle im Institut für Brand- und Löschtechnik im sächsischen Dippoldiswalde senden können. Dort hat die Staatsanwaltschaft Dessau einen Brandversuch in Auftrag gegeben, der helfen soll zu erklären, wie der Asylsuchende Oury Jalloh am 7. Januar 2005 in der Obhut der Dessauer Polizei verbrennen konnte.

Was weiter im Zellenraum geschieht, lassen nur zwei Infrarotkameras ahnen. Sie zeigen, wie Flammen den mittleren Teil einer Matratze und einer darauf liegenden Puppe ergreifen.

Nadine Saeed ist angesichts der Bilder erschüttert. Die Sprecherin der »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh« leidet beim Gedanken daran, dass vor elf Jahren in der Dessauer Gewahrsamszelle 5 nicht nur eine Puppe brannte, sondern ein Mensch. Sie stört sich auch daran, dass der aufwühlende Versuch vor Jour...

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