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Die Schule ist keine Firma

Fabian Lambeck über neoliberale Kritik am Bildungssystem

Der Streit, ob in der Schule tatsächlich vermittelt wird, was man später im Leben gebrauchen kann, ist alt, sehr alt. Bereits der römische Philosoph Seneca klagte vor 2000 Jahren: »Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir.« Im vergangenen Jahr sorgte eine Kölner Gymnasiastin für Diskussionen. Sie könne zwar eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben, habe aber keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen, so die junge Frau. Sollte heißen: In der höheren Bildungseinrichtung werde sie nur ungenügend auf das wahre Leben vorbereitet. Wirtschaftsnahe Lobbygruppen nutzten diese Kritik, um ihre Forderungen ins Spiel zu bringen, die in dieselbe Richtung zielten. Die Unterrichtsinhalte müssten besser auf das spätere Berufsleben vorbereiten.

Der Kritik liegt ein Denkfehler zugrunde: In der Schule können zwar die Grundlagen für eine spätere Berufskarriere gelegt werden, die eigentliche Ausbildung müssen aber die Firmen bzw. Hochschulen übernehmen. Natürlich gehören Kenntnisse in Mathematik oder Physik zum Bildungskanon eines jeden Schülers, genauso wie Deutsch, Musik und Kunst. Wer das als ineffizient brandmarkt und fordert, vermeintlich überflüssige Lehrinhalte zu streichen, der hat nicht begriffen, dass Schulen eben keine Unternehmen sind.

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