Leben retten unter Lebensgefahr

Humanitäre Helfer kommen bei ihren Einsätzen nicht selten ungewollt zwischen die Fronten

  • Von Philipp Hedemann, Bangui
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Georg Dörken hat nur Sekunden Zeit, um eine Entscheidung zu treffen, die über Leben und Tod entscheidet. Soll der Fahrer Gas geben? Soll er anhalten? Dörken ruft: »Stopp!« Die beiden Geländewagen der Welthungerhilfe kommen neben zwei blutüberströmten Männern zum Stehen. Der eine hat den anderen mit seinem Motorrad erfasst, als er gerade über die Straße gehen wollte. Mittlerweile hat sich eine schreiende und weinende Menschenmenge um die beiden Schwerverletzten gebildet. Eine Notrufnummer gibt es in der Zentralafrikanischen Republik nicht, außerhalb der Hauptstadt Bangui nur wenige Krankenwagen. Dörken weiß das. Er ist seit knapp zwei Jahren Landesdirektor der Welthungerhilfe in der Zentralafrikanischen Republik. Vorsichtig lässt er die beiden stöhnenden Männer einladen. Dann gibt der Fahrer Gas.

»Wären wir vorbeigefahren, wären sie auf der Straße verblutet. Sterben sie auf dem Weg zum Krankenhaus in unseren Autos, machen die Angeh...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.