Eine neue Qualität des Schreckens

Die von einem Subunternehmen für den Konzern Facebook ausgeübte Zensur nimmt immer groteskere Züge an

  • Von Thomas Blum
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Facebook ist keine Justizinstitution. Facebook ist ein Konzern, der Daten sammelt und insgesamt eine teils nur schwer nachvollziehbare Unternehmenspolitik betreibt.

Bekannt ist, dass der Konzern, nicht anders als religiöse Spinner diverser Couleur, ein Problem mit der öffentlichen Zurschaustellung von Nacktheit hat. Wer etwa das Bild einer weiblichen Brust auf Facebook veröffentlicht, wird gemaßregelt. Der Kontext, in dem von einem Facebook-Nutzer nackte Haut abgebildet oder gezeigt wird, scheint dabei keinerlei Rolle zu spielen: Da kann es schon mal passieren, dass, wie geschehen, auch Kunstwerke von Facebook-Zensoren mit leichter Hand gelöscht werden, weil irgendwer darin einen »empfindlichen Inhalt«, wie es auf Facebook-Deutsch heißt, zu entdecken meint. Manchmal nimmt diese Zensurpolitik groteske Züge an. Vor einigen Jahren traf es etwa Gustave Courbets berühmtes Gemälde »Der Ursprung der Welt« (1886), auf dem Teile eines weib...


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