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Kolumbien: Regierung und Farc-Guerilla schließen Frieden

Unterzeichnung des Vertrags für Ende September geplant, Anfang Oktober steht Referendum über Abkommen an

Berlin. Kolumbiens Regierung und die Farc-Guerilla haben sich auf ein umfassendes Friedensabkommen geeinigt. Die fast vierjährigen Verhandlungen seien erfolgreich zum Abschluss gebracht worden, erklärten beide Seiten in einem gemeinsamen Kommuniqué, das am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde. Damit steht der mehr als 50 Jahre dauernde Krieg in Kolumbien vor dem Ende. Am 2. Oktober soll die Bevölkerung in einem Referendum über der Friedensvertrag abstimmen.

Der 200 Seiten starke Abkommenstext enthält Einigungen zur Agrarfrage, zur Übergangsjustiz, zur politischen Teilhabe und zum Drogenhandel. Außerdem werden die Modalitäten des Waffenstillstands und der Überprüfung von dessen Einhaltung festgelegt. Während der vergangenen Tage hatten die Delegationen in der kubanischen Hauptstadt Havanna ohne Pausen beraten, um die letzten Streitpunkte auszuräumen. Die feierliche Unterzeichnung des Friedensvertrages, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll, ist für Ende September geplant.

Präsident Juan Manuel Santos forderte die Kolumbianer in einer Ansprache auf, »gemeinsam eine neue Etappe in der Geschichte zu beginnen. Lasst uns das Land aufbauen, von dem wir immer geträumt haben.« Farc-Sprecher Iván Márquez erklärte: »Wir haben die schönste aller Schlachten gewonnen, den Frieden in Kolumbien.«

Beide Seiten baten die Kolumbianer darum, beim Referendum für den Vertrag zu stimmen. Ein positives Votum ist Voraussetzung dafür, dass der Friedensvertrag in Kraft tritt. Die starke konservative Opposition um Ex-Präsident Álvaro Uribe kündigte jedoch bereits an, gegen den Friedensschluss zu stimmen, und sprach von einem »Entgegenkommen an Terroristen«. Das Ergebnis des Referendums gilt als offen.

Der Krieg zwischen Guerillagruppen, Armee und rechtsextremen Paramilitärs hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Rund 340.000 Menschen wurden getötet, davon 80 Prozent Zivilisten. Mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden aus ihren Dörfern vertrieben. Mit einer weiteren Guerilla, der ELN, laufen Sondierungsgespräche. epd/nd

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