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CSU-Politiker Friedrich beschwert sich über »linkes Pack«

Empörte Reaktionen im Internet / Berliner Grünen-Abgeordneter: »Wen meinen Sie damit?«

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Berlin. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Hans-Peter Friedrich hat mit einer Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter für Empörung gesorgt. »Ich kann ihn verstehen. Mir geht es bei dem ganzen linken Pack genauso«, schrieb der CSU-Politiker in der Nacht von Samstag auf Sonntag über seinen offiziellen Account. Damit kommentierte Friedrich die Stinkefinger-Geste von dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel gegen Neonazis, die ihn während einer Wahlkampfveranstaltung beleidigt hatten. Mit der Bezeichnung »Pack« spielte der ehemalige deutsche Innenminister darüber hinaus auf eine Äußerung des SPD-Chefs nach den rechtsradikalen Ausschreitungen vor einem Jahr in Heidenau an. Gabriel hatte die gewalttätigen Rassisten damals öffentlich als »Pack« bezeichnet.

Friedrichs Tweet führte im Internet zu empörten Reaktionen. Der Berliner Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar fragte nach einer genaueren Beschreibung, wer mit »linkem Pack« eigentlich gemeint sei. Bisher habe er noch keine Antwort erhalten. Ein anderer Nutzer schrieb: »Stellen Sie bitte nicht Nazis und ‚Linke’ auf eine moralische Stufe.« Mehrere Personen spielten ironisch auf die späte Uhrzeit des Tweets an: »War gestern Abend die zwölfte Maß wieder schlecht? Protipp: Erst ausnüchtern, dann twittern.« Die meisten - wie auch der folgende Nutzer - reagierten jedoch angesichts der jüngsten Entwicklungen mit Unverständnis: »Rechte morden jahrelang und zünden Ausländerunterkünfte an, aber das ‚linke Pack’ ist das Problem. SIE sind Teil des Problems.«

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat derweil seine »Stinkefinger«-Geste verteidigt. »Ich habe nur einen Fehler gemacht, ich habe nicht beide Hände benutzt«, sagte der Vizekanzler im ZDF-Sommerinterview. In einer Antwortmail aus der SPD-Zentrale auf Nachfragen von Bürgern hieß es später: »Natürlich hält auch Sigmar Gabriel die Geste nicht für eine angemessene Form der Alltagskommunikation. Aber die war mit brüllenden und offenbar gewaltbereiten Neonazis auch nicht möglich.« Diese hätten jeden Gesprächsversuch niedergeschrien. Gabriel bezeichnete die pöbelnden Rechtsradikalen im ZDF als »finstere Gestalten«. Er wandte sich auch an seine Kritiker und sagte: Er wünschte sich, »die Leute könnten sich mal vorstellen, wie sie eigentlich reagieren würden, wenn so auf unterer Distanz zwölf gewaltbereite, pöbelnde, richtig aggressive, junge Nazis vor ihnen stehen, mit denen kein Gespräch möglich ist und die nur eins wollen: sozusagen Aufmerksamkeit für ihre finsteren Parolen«. nd/dpa

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