Der Star ist der Regisseur

Haben dominante Theatertitanen wie Peymann und Castorf nun endgültig ausgedient? Gedanken zum Saisonstart

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Demokratie in der Kunst wäre gleichbedeutend mit dem Ende der Kunst. So sahen und so sehen es aus guten Gründen ganze Generationen namhafter Theaterintendanten und Regisseure. Sobald vor einer Premiere etwa dem Schauspielensemble ein Mitspracherecht bei der Entwicklung einer Produktion eingeräumt würde, könnten ambitionierte Spielstätten die Schotten sofort dichtmachen. Und kaum irgendwo ist ein Kritiker oder eine Kulturschaffende zu vernehmen, der oder die dem widerspräche.

Was das bedeuten kann, ließ sich vor wenigen Monaten wieder beobachten. Frank Castorf, dieser viel gerühmte und nun trotzdem vor seiner letzten Spielzeit als Chef der Berliner Volksbühne stehende Rampenpotentat, gewährte dem ZDF-Kulturmagazin »Aspekte« Einblicke in die Probenarbeit zu seiner fünfstündigen Inszenierung von Hebbels »Judith«. Birgit Minichmayr und Jasna Fritzi Bauer mühten sich inmitten der traditionell knapp bemessenen Vorbereitungszeit, dem Bos...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.