Zählen und Twittern gegen Rechts

In Sachsen entsteht eine Widerstandsform im Netz

  • Von Theresa Held, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nadja Neqqache steht mit zwei Freunden auf dem Marktplatz der sächsischen Kleinstadt Borna. Ihnen gegenüber: Neonazis mit breiten Rücken und Sonnenbrillen. Die 26-jährige Studentin blickt unruhig über den Platz, ihre Freundin tippt auf ihr Smartphone. Sie berichten für die Initiative Straßengezwitscher über eine rechte Demonstration. Auf Twitter veröffentlichen sie live, was sie sehen.

Straßengezwitscher ist nicht das einzige Projekt, das in Sachsen über fremdenfeindliche Strömungen berichtet. Auch andere Initiativen dokumentieren Entwicklungen wie Freital und Heidenau. Sie nutzen das Internet als Kommunikationskanal und recherchieren auf eigene Faust, unbezahlt.

»Wir haben eine Lücke zwischen klassischer Berichterstattung und dem Geschehen auf der Straße gefüllt«, sagt Johannes Filous, der Straßengezwitscher im Frühjahr 2015 in Dresden gegründet hat. Inzwischen berichten zehn junge Menschen von rechten Veranstaltungen in ganz Sachsen....

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