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Wahl im Nordosten: AfD gewinnt in Vorpommern

Rechtsaußen erreichen drei Direktmandate im Osten des Landes / Beifall von europäischen Rechten und Rechtsradikalen

Berlin. Nach dem Vorliegen des vorläufigen Endergebnisses der Wahl im Nordosten wird das Ausmaß des Rechtsrucks deutlich. Im Osten des Bundeslandes erzielte die AfD teilweise deutlich über 30 Prozent. Im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald III kam sie auf 32,3 Prozent und wurde stärkste Kraft. Gleiches gelang ihr auch im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald V mit 26,4 Prozent und in Vorpommern-Greifswald II mit 27,6 Prozent. In Vorpommern-Greifswald IV blieb die SPD knapp stärkste Kraft. Einen deutlichen Unterschied gibt es auch zum städtischen Greifswald, wo die AfD klar weniger Stimmen erzielte und nur 18,7 Prozent erreichte.

In der Region Vorpommern holte die Rechtsaußen-Partei zudem drei Direktmandate geholt. Im südlichen Vorpommern setzte sich Jürgen Strohschein mit 28,6 Prozent gegen die Landtags-Vizepräsidentin Beate Schlupp von der CDU (26,2) und den SPD-Agbeordneten Heinz Müller (24,1 Prozent) durch. Im Wahlkreis Wolgast/Usedom holte der Greifswalder Rechtsprofessor Ralph Weber mit 35,3 Prozent der Stimmen das Direktmandat für die AfD. Er ließ den CDU-Mann Karl-Heinz Schröder (19,0) und die Kandidaten von Linken (17,9) und SPD (17,8 Prozent) weit hinter sich. Im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald I ging das Direktmandat mit 31,6 Prozent an den AfD-Landesprecher Matthias Manthei vor den Abgeordneten Bernd Schubert von der CDU (23,0) und Katharina Feike von der SPD (18,4 Prozent).

Überdurchschnittlich rechts wählte zudem Usedom. Auf der Ferieninsel erlangte die AfD an einigen Orten bis zu 47 Prozent, die Neonazi-Partei NPD bis zu 12,2 Prozent (Kamminke). Zählt man die Wahlergebnisse beider Parteien zusammen, hat hier teilweise jeder Zweite Rechtsaußen gewählt (Peenemünde: 52,4 Prozent).

Im Wahlkreis Wolgast/Usedom wurde der Greifswalder rechtsradikale Rechtsprofessor Ralpf Weber mit 35,3 Prozent der Erststimmen als Direktkandidat in den Landtag gewählt. Weber machte wiederholt durch Verbindungen zur rechtsextremen Szene auf sich aufmerksam. Anfang diesen Jahres lud er einen Vertreter der rechten Verschwörungstheoretiker-Bewegung »Reichsbürger« in eine seiner Vorlesungen. 2014 nahm der Professor einen Doktoranden auf, der zuvor als Sänger der offen nationalsozialistischen Band »Hassgesang« bekannt geworden war. Vor rund sechs Jahren wurde Weber regelmäßig in Kleidung der Marke Thor Steinar gesehen, die unter Neonazis als Erkennungszeichen verwendet wird. 2010 verbot die Universität Greifswald das Label. Die AfD stellte sich hinter den Rechtsprofessor.

Beifall von Rechtsaußen aus Europa

Nach ihrem starken Abschneiden erhält die Rechtsaußen-Partei AfD Beifall von anderen Rechtsparteien aus Europa. Die Vorsitzende der französischen rechtsradikalen Front National, Marine Le Pen, schrieb auf Twitter: »Was gestern noch unmöglich war, ist möglich geworden: Die Patrioten der AfD fegen die Partei von Frau Merkel hinfort. Herzlichen Glückwunsch!« Auch der Chef der rechten FPÖ in Österreich, Heinz-Christian Strache, äußerte sich auf Facebook erfreut über das Wahlergebnis der AfD. »Herzliche Gratulation und 'Willkommen' im neunten deutschen Landtag und als zweitstärkste Kraft! Die Richtung stimmt!« Der niederländische Rechtspopulist und Vorsitzende der dort erstarkten Partei für die Freiheit, Geert Wilders, hielt seine Glückwunsch-Adresse auf Twitter vergleichsweise knapp: »Gratuliere AfD!!« Agenturen/nd

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