Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Schulbeginn mit Hindernissen

Aufregung über den Umgang mit Testergebnissen, zu wenig Personal und unfertige Klassenzimmer

  • Von Ellen Wesemüller
  • Lesedauer: 3 Min.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wolle die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten der Klassen drei und acht nicht mehr veröffentlichen, meldete der »Tagesspiegel« am Montag. In den Tests schneiden Berlins Schüler im Ländervergleich schlecht ab. Zuletzt hatte die Hälfte der Drittklässler beim Schreiben die Mindeststandards unterschritten. Die Kritik der anderen Parteien ließ nicht lange auf sich warten: »So will Scheeres das Versagen der von der SPD verantworteten Bildungspolitik verheimlichen«, sagte Katrin Schultze-Berndt (CDU). Der Spitzenkandidat der FDP, Sebastian Czaja, befand: »Diese Aussage lässt Böses ahnen - ist es nicht das Recht der Schulen, der Eltern und Kinder zu wissen, wo sie stehen?« Am Nachmittag legte dpa nach: »Brandenburg und Berlin wollen schriftliche Vergleichsarbeiten von Dritt- und Achtklässlern künftig unter Verschluss halten.« Das habe das Potsdamer Bildungsministerium auf Anfrage gesagt. Entschieden werden solle im September.

Das Dementi der Senatorin kam umgehend: »Die Länderberichte werden wie geplant veröffentlicht.« Der Bericht zur Jahrgangsstufe acht werde frühestens Mitte September vorliegen - nicht später als in vergangenen Jahren. »Die Ergebnisse der Tests sind schon an den Schulen«, sagte Thorsten Metter, Sprecher der Bildungsverwaltung. Richtig sei, dass die Kultusministerkonferenz diese Woche »diskutiert, wie man mit der Veröffentlichung der Ergebnisse in Zukunft umgeht«. Bisher veröffentlichten nur Brandenburg und Berlin die Berichte. Scheeres habe nicht gefordert, das bisherige Verfahren zu ändern.

Ungemütlich wird es für Scheeres aber am Mittwoch. Dann will die Bildungsgewerkschaft GEW veröffentlichen, wie viel Personal an den Schulen wirklich fehlt. Die Vorsitzende Doreen Siebernik sagte »nd«: »Ich gehe davon aus, dass noch Lehrer fehlen.« Scheeres hatte erklärt, sie habe »über Bedarf eingestellt«. Alle Verträge seien bereits unterschrieben. »Das waren sie nicht«, sagt Siebernik. Sie befürchtet: »Wenn man 1900 Menschen ein Angebot macht, die Verträge aber nicht unterschrieben sind, muss man davon ausgehen, dass die nicht alle in der Schule auftauchen.«

In der Franz-Carl-Achard-Grundschule in Kaulsdorf konnte der Unterricht am Montag wie geplant starten. Zwar fehlten nach dem Umzug ins alte Schulgebäude immer noch 50 Schränke (»nd« berichtete), diese würden jedoch geliefert, sagt Sekretärin Marina Krüger-Schubert. »Der Skandal ist, dass Schränke gar nicht erst eingeräumt werden können, weil sie nicht rechtzeitig geliefert wurden«, schreibt hingegen Martin Kleinfeld, Vater eines Schulkindes, in einem »offenen Brief«. Die Umzugsfirma sei in »viel zu geringem Umfang beauftragt« worden. Schul-Bezirksstadtrat Stefan Komoß (SPD) gibt zu: »Kisten sind noch nicht ausgepackt.« Die Aufregung darüber halte er aber für übertrieben. An der von Bauarbeiten betroffenen Hannah-Höch-Schule in Reinickendorf waren laut Stadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) am Montag »alle Unterrichtsräume« erreichbar. Susanne Paul-Beckmann, Bildungsplanerin für Wilmersdorf, sagte zum Zustand der Judith-Kerr-Schule: »Wir haben keine Kinder nach Hause geschickt.« Ob der Unterricht überall stattfinden konnte, wollte sie hingegen nicht sagen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln