Werbung

Nie wieder Usedom

Im Internet kursieren »Reisewarnungen« nach dem starken Abschneiden der rechten Parteien

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Es ist erst ein paar Tage her, da freute sich die Tourismusbranche des Nordostens über »Wachstum in fast allen Regionen«. Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern wurden »als Wirtschafts- und Imagefaktor« gepriesen, auch der internationale Tourismus habe weiter zugelegt. Dann kam der Wahlsonntag.

Im Internet kursieren seither »Reisewarnungen« - illustriert mit den Ergebnissen der Rechtsaußen-Partei AfD und der neonazistischen NPD in einigen Landesteilen. Auf der Ferieninsel Usedom etwa erzielten beide Parteien in einigen Gemeinden erschreckend hohe Werte. Praktisch überall auf dem Eiland nahe der Grenze zu Polen kamen AfD und NPD auf Ergebnisse über dem Landesdurchschnitt.

Im Schnitt kommen hier mehrere Zehntausend Gäste täglich zu Besuch. Experten verweisen darauf, dass der Tourismus viel Geld auf die Insel spült. Aber: Die Erwerbslosenquote liegt in der Gegend bei knapp über 10 Prozent. Eine Region, die vom »Fremdenverkehr« lebt - und in der eine Partei weit vor allen anderen liegt, deren Markenkern »Fremdenfeindlichkeit« ist? »Wie passen diese Wahlergebnisse und Gastfreundschaft zusammen«, fragte sich ein Twitternutzer im Internet. Ein anderer kommentierte den Ausgang der Wahl von der Insel aus mit den Worten, dies sei sein letzter Urlaub auf Usedom gewesen. »Strukturschwache Region verabschiedet sich von Haupteinnahmequelle«, twitterte ein anderer.

Schon vor der Wahl hatten Ökonomen vor den möglichen Auswirkungen eines Rechtsrucks gewarnt. Beim Unternehmensverband des Landes reagierte man auf den Wahlausgang mit Sorge. Präsident Thomas Lambusch sagte, »eine starke rechtspopulistische Partei im Landtag wird kaum dazu beitragen, Mecklenburg-Vorpommern zu einem attraktiveren Standort zum Arbeiten und Leben zu machen«. Und bei den Tourismusanbietern auf Usedom hieß es, man wolle sich weiter als »weltoffene und tolerante Tourismusregion« präsentieren. nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!