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Altpolitiker und Jungstars

Der Reigen der Kandidaten zur Präsidentschaftswahl in Frankreich

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Ein Wirtschaftsminister, der zurücktritt und nun selbst Präsident werden will; ein Staatschef, der kaum Chancen auf Wiederwahl hat; ein Expräsident, der zurück an die Macht will und wegen illegaler Wahlkampffinanzierung 2012 derzeit unter Anklage steht; ein ausfransendes Parteiensystem und eine erstarkende extreme Rechte: Acht Monate vor den Wahlen in Frankreich bringen sich Kandidaten und Parteien in Stellung. Am Freitag endete bei den Konservativen die offizielle Bewerbungsfrist.

Die Sozialisten

Der bei den Wählern unbeliebte Staatschef François Hollande hat bislang offengelassen, ob er für eine zweite Amtsperiode antritt oder nicht. Seine Entscheidung will er im Dezember bekanntgeben. Nach jetzigem Stand würde er 2017 schon in der ersten Wahlrunde ausscheiden. Konkurrenz erwächst ihm aus den eigenen Reihen: Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, der frühere Bildungsminister Benoît Hamon und weitere Vertreter des Hollande-kritischen linken Sozialistenflügels sind im Rennen um eine Präsidentschaftskandidatur. Auch der kürzlich zurückgetretene Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftswahlen fest im Blick, eine Kandidatur aber noch nicht erklärt. Im April hatte der 38Jährige Polit-Star seine Bewegung »En Marche« gegründet.

Die Konservativen

Die konservativen Republikaner werden ihren Kandidaten bei Vorwahlen am 20. und 27. November bestimmen, eine Premiere in der Geschichte der Partei. Es dürfte letztlich auf ein Duell zwischen Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, der im August seinen Hut in den Ring warf, und dem früheren Premierminister Alain Juppé hinauslaufen. Die Vorwahlen stehen auch anderen konservativen Parteien offen. Abstimmen darf jeder Franzose, der sich konservativen Werten verbunden fühlt. Viele Beobachter sind überzeugt, dass der Sieger der konservativen Vorwahlen auch die Präsidentschaftswahlen gewinnen wird.

Die Rechtsextremen

Für die rechtsextreme Front National (FN) wird Parteichefin Marine Le Pen ins Rennen gehen. Wie ihr Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen im Jahr 2002 will sie es in die Stichwahl schaffen - zahlreiche Umfragen sagen voraus, dass ihr das gelingen könnte.

Links der Sozialisten

Jean-Luc Mélenchon, Mitbegründer der Linkspartei, sorgte bei den Präsidentschaftswahlen 2012 mit einem furiosen Wahlkampf für Aufsehen und tritt jetzt erneut an. Er sieht sich als beste linke Alternative zu Hollande. Die Grünen-Partei EELV wird Ende Oktober einen Präsidentschaftskandidaten wählen. Die Partei ist aber erheblich geschwächt, nachdem mehrere Politiker ihr den Rücken zukehrten und ins Regierungslager wechselten. Die Kommunisten wollen erst im November entscheiden, ob sie einen eigenen Präsidentschaftskandidaten aufstellen oder einen anderen Kandidaten unterstützen.

Agenturen/nd

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