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Technodoping in Rio

Bei den Paralympics entscheidet nicht nur Leistung, sondern auch das Material

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Berlin. »Möge der Bessere gewinnen!«, ist ein gern genutztes Motto im Sport, doch bei den am Mittwoch eröffneten Paralympics in Rio de Janeiro muss es wohl leicht abgewandelt werden: »Möge der Reichere gewinnen!« 80 Prozent der Menschen mit einer Behinderung leben in Entwicklungsländern. Viele von ihnen verloren Gliedmaßen oder Augenlicht durch Kriege. Bei den Paralympics aber kommt fast die Hälfte aller Teilnehmer aus zehn wohlhabenden Ländern, die nun wohl auch die meisten Medaillen unter sich verteilen werden.

Eine gute Sportprothese kostet in Afghanistan schon mal so viel wie ein Familienauto. Da haben es deutsche Athleten einfacher. Sie werden von Verbänden gefördert, wenn auch längst nicht so stark wie nichtbehinderte Leistungssportler. Viele lassen sich zudem zu Orthopädietechnikern ausbilden, um selbst am eigenen Material noch feilen zu können. »Bei uns zählt jedes Detail. Wenn im entscheidenden Wettkampf die Prothese nicht funktioniert, nützt das jahrelange Training nichts«, sagt Heinrich Popow.

Ja, der 33-jährige Leichtathlet trainiert auch professionell. »Am Ende läuft und springt immer ein Mensch«, warnt Thomas Abel, Behindertensportexperte der Sporthochschule Köln davor, herausragende Leistungen nur auf das Material zu schieben. Eine gute Prothese allein hat Popow in London also nicht zum Paralympicssieger über 100 Meter gemacht. In Rio de Janeiro will er nun drei Mal ganz oben auf dem Podium stehen.

Die erste Goldmedaille bei den Leichtathletikwettbewerben gewann am Donnerstag dann aber doch kein Deutscher, sondern ein Kenianer: Samwel Mushai Kimani war über die längste Strecke im Stadion, den 5000 Metern, der Schnellste. Im Rennen der sehbehinderten Athleten brauchte er auch keine technische Hilfe. ok Seite 19

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