Der Mensch kommt zu kurz

Statt der Leistung thematisieren Medien bei den Paralympics oft eher die Behinderung

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Es gibt Sätze, die schlagen ein wie ein Hammer, lassen einen sprachlos zurück. »Alle Teilnehmer bei den Paralympischen Spiele haben eine Medaille verdient«, ist so einer. Dieser Tage hört man ihn oft. Doch für den Behindertenaktivisten Raul Krauthausen ist er ein Tabu: »Solche Aussagen gehen gar nicht!« »Sportler, egal ob behindert oder nicht, wollen als Menschen gesehen werden. Sie wollen sich mit anderen Athleten im sportlichen Wettkampf unter gleichen Bedingungen messen.« Darauf solle der Fokus liegen.

In Rio haben die Spiele der Menschen mit Behinderung begonnen, und Journalisten, die sich nicht mit der Behindertensportberichterstattung auskennen, werden viele Fehler machen, die wenigsten davon jedoch bewusst oder gar absichtlich. Sportberichterstatter lieben Heldinnen- und Heldengeschichten. Angelehnt an die griechische Tragödie werden die Athleten darin gezeigt, wie sie selbst- oder fremdverschuldete Hindernisse auf dem Weg ...


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