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Gewerkschaften wollen AfD-Wähler zurückgewinnen

IG Metall: Aufstieg der Rechtsaußen schockiert uns / DGB: Stimmen von Gewerkschaftern für gewerkschaftsfeindliche Partei »nicht nachvollziehbar«

Berlin. Die Gewerkschaften wollen sich angesichts der Wahlerfolge der Rechtsaußen-Partei AfD stärker um deren Wähler in den Betrieben kümmern. »Der steile Aufstieg der AfD, das ist etwas was Gewerkschaften schockiert«, sagte die zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, im SWR-»Interview der Woche«. »Uns bleibt auch nicht verborgen, dass unter den Wählern auch Beschäftigte aus unseren Betrieben sind.« Um die genauen Beweggründe der AfD-Wähler herauszufinden, setze man auf Gespräche in den Betrieben.

Bei den Landtagswahlen im Nordosten der Republik ging auch ein Fünftel der gewerkschaftlich organisierten WählerInnen der Rechtsaußen-Partei »auf den Leim«, wie es beim DGB heißt. »Während 25 Prozent der männlichen Gewerkschaftsmitglieder der AfD ihre Stimme gaben, waren es nur 14 Prozent der Gewerkschaftsfrauen. Angesichts der gewerkschaftsfeindlichen Grundhaltung der AfD bleibt für viele aktive GewerkschafterInnen die Zustimmung von ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaftsmitgliedern für diese Partei wenig nachvollziehbar«, so der DGB.

»Wir versuchen, unsere Funktionäre, unsere Mitglieder dafür zu schulen, aufzufordern, genau den Dialog zu führen, damit wir diese Menschen mit Herz und Kopf wieder auf einen demokratischen Weg bringen«, sagte nun Metallerin. Der AfD-Erfolg sei für die IG Metall nur schwer nachzuvollziehen. Als Gewerkschaft versuche man den Menschen eine sichere soziale Basis zu geben. »Jetzt fragen wir uns natürlich schon, was müssen wir tun, in der Auseinandersetzung, um besser zu verstehen, was die Leute im Moment so radikalisiert.«

»Dreiviertel aller Wählerinnen und Wähler haben gegen demagogische Parolen und Fremdenfeindlichkeit gestimmt«, sagte Uwe Polkaehn, Bezirksvorsitzender des DGB Nord. Nun gehe es darum, dass die nächste Landesregierung soziale Schieflagen beseitige und neue Perspektiven für Menschen mit Abstiegserfahrungen schaffe. »Unsere Maßstäbe hierfür lauten: Gute Arbeit, Gerechtigkeit, Weltoffenheit. Die Politik im Land und im Bund muss sozialer und gerechter werden«, sagte Polkaehn. vk/ mit Agenturen

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