Kreuzzug hinter Gittern

Rund 1.500 demonstrieren in Berlin gegen Abtreibungsgegner, Rechtskonservative und religiöse Fundamentalisten

  • Von Simon Brost
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Fundamentalistische Abtreibungsgegner drehen Runde durch Berliner Regierungsviertel: Massive Absperrungen der Polizei halten Proteste gegen die selbsternannten Lebensschützer auf Distanz.

Beim jährlichen »Marsch für das Leben« am Samstag in Berlin war diesmal einiges anders. Statt wie in der Vergangenheit direkt vor dem Kanzleramt starteten die Anhänger christlich-fundamentalistischer Gruppen ihren Zug mit den weißen Holzkreuzen diesmal von der Paul-Löwe-Allee am Reichstag aus, wo die Veranstaltung gegen 18 Uhr mit einem Abschlussgottesdienst wieder endete. Die nach Polizeiangaben 6000 Teilnehmer des »Marsches«, die sich für ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen aussprechen, waren bundesweit und teilweise aus benachbarten europäischen Ländern mit Bussen und der Bahn nach Berlin gereist.

Erstmals anders als in den letzten Jahren war auch die Polizeitaktik, die ansonsten nur von rechtsextremen Aufmärschen bekannt ist. Die gesamte Route der so genannten »Lebensschützer« durch das Regierungsviertel war weiträumig abgeriegelt. Noch der kleinste Durchgang war mit Absperrgittern und Einsatzwagen besetzt. Die...

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