Wie die Ägypter

Standardisiert in Jahrzehnten: In »Freitod« werden die Elemente des Kriminalfilms unausgepackt in die Kamera gehalten. Matthias Dell über den »Tatort« aus Luzern

  • Von Matthias Dell
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Es gibt einen hübschen Moment in dem Luzerner »Tatort: Freitod« (Redaktion für das Schweizer Radio und Fernsehen: Lilian Räber). Liz Ritschard (Delia Mayer) setzt am Ende eines langen Arbeitstages im Auto zu einem Monolog an, der das Thema der Folge (Sterbebegleitung und Sterbehilfe) für die Zuschauer anschlussfähig machen soll. Eines dieser typisch-pseudosubjektiven »Ich finde«, bei denen »Tatort«-Kommissarinnen so tun, als würden sie von sich erzählen und in Wirklichkeit halbe Leitartikel aufsagen - damit man den Leuten vor dem Flatscreen schon mal erzählt, was sie denken könnten.

In dem Fall: dass es Lizzie graut vor der Aussicht, allein im Heim unbesucht dem Ende des Lebens entgegenzuwarten. Hübsch ist der Moment, weil Flücki Flückiger (Stefan Gubser) entgegen aller Gewohnheit nicht zuhört, sondern mitten im Reden aussteigt.

Die Szene ist dann leider (man müsste sagen: selbstverständlich) nicht zu Ende, denn nach der gesp...


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