Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mittelamerika wird zum Flaschenhals

Zahlreiche Schwarzafrikaner und Haitianer stranden in Costa Rica und Panama auf dem Weg in die USA

Costa Ricas Präsident Luis Guillermo Solís ist derzeit viel unterwegs. Ende August war er in Washington, um mit Vizepräsident Joseph Biden und auch mit Barack Obama über die weiter wachsenden Zuwandererzahlen aus der Kuba, der restlichen Karibik, Mittelamerika und auch Afrika zu sprechen. Zwischen dem 15. und 20. September folgt der Besuch bei seinem Kollegen in Panama, Juan Carlos Varela, um über gemeinsame Anstrengungen im Umgang mit den Migranten zu sprechen. Fakt ist, weder Costa Rica noch Panama sind auf die Menschen eingestellt, die dort ankommen. Es sind nach wie vor zahlreiche Kubaner, die in den beiden mittelamerikanischen Ländern auf ihrer Reise gen USA stranden, weil die nicaraguanischen Grenzpatrouillen sie nicht passieren lassen. Aber neben den Kubaner*innen, die mittlerweile nach Georgetown in Guyana reisen und von dort den Landweg nach Mittelamerika und dann in die USA einschlagen, sind mittlerweile auch zahlreiche Schwarzafrikaner und Haitianer unterwegs, die in den beiden Ländern stranden.

»Wir sind auf eine Situation wie diese schlicht nicht eingestellt«, gab Costa Ricas Präsident Solís im August offen zu. Eine nationale Migrationspolitik habe es bisher nicht gegeben und es dauere noch ein paar Wochen bis Konzepte erstellt seien, so Solís.

Als einen der ersten Schritte hat die Regierung in San José eine Migrationspolizei eingerichtet, zudem seien Ressourcen beantragt worden, um die ankommenden Menschen versorgen und registrieren zu können. Costa Rica hat sich in den vergangenen Monaten bemüht, den Migranten die Durchreise mit Transitvisa zu ermöglichen, bis es zu Spannungen mit Nicaragua kam. Die Regierung in Managua wehrt sich gegen die »Aufweichung des Transitstandards« und hat im November 2015 die Grenzen für Migranten ohne gültige Papiere geschlossen. An dieser Position hat sich wenig geändert, nur sind von der »No go«-Politik der Regierung in Managua nun auch mehr und mehr Afrikaner betroffen.

Rund 2000 Afrikaner warten derzeit in Costa Rica auf eine Möglichkeit zur Weiterreise und mehrere Tausend Afrikaner sollen auf den zahlreichen Routen von Brasilien gen USA unterwegs sein. Das Gros der Menschen kommt aus Ländern wie aus der DR Kongo, aus Togo, Sudan oder Senegal, so berichten costarikanische Grenzbeamte. Rund 20 Routen haben die Migrationsexperten ausgemacht und alle beginnen in Brasilien, wo die Flüchtlinge aus Afrika in aller Regel ankommen.

Viele Afrikaner sind guter Hoffnung, dass sie in den USA eine Chance bekommen. Anders als die Kubaner, die nach wie vor einen sicheren Aufenthaltsstatus gewährt bekommen und schon nach einem Jahr US-Papiere beantragen können, haben afrikanische Flüchtlinge dieses Privileg jedoch nicht. Davon will Wilson Camara aus der DR Kongo, der am Grenzübergang Paso Canoas festsitzt, nichts wissen: »Ich glaube, dass wir gut empfangen werden, wenn wir ankommen«, erklärte er Pressevertretern. Doch das ist doppelt unrealistisch, denn die Flüchtlinge kommen derzeit weder weiter, noch gibt es von Seiten der USA Andeutungen, dass man den Afrikaner entgegenkommen und sie aus humanitären Gründen aufnehmen wolle.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln