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Von Johanna Treblin
22.09.2016

Gestatten: Schwulenfeind und Islamhasser

Ins Abgeordnetenhaus wird der AfD-Abgeordnete Kay Nerstheimer einziehen, der sich diskriminierend im Internet äußerte

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Mit 25 Sitzen wird die AfD künftig im Abgeordnetenhaus vertreten sein. Einer von ihnen dürfte wohl Kay Nerstheimer werden, der im Wahlbezirk 1 in Lichtenberg als Direktkandidat gewählt wurde. 26,1 Prozent der Stimmen fielen auf den gelernten Maurer und Koch, der nach Angaben seines Bezirksverbands als Objektleiter in der Sicherheitswirtschaft arbeitet.

Nerstheimers Wahlspruch auf der Homepage seines Bezirksverbandes ist uneindeutig eindeutig: »Solange einer unserer Mitbürger ... Flaschen sammeln oder zur Tafel gehen« müsse, »haben wir nicht einen Cent für weltfremde, sozialromantische Experimente übrig!« Darunter kann vieles verstanden werden, oder dieses: Solange es arme Deutsche gibt, darf kein Geld für Flüchtlinge ausgegeben werden. Ein Grund für diese Ansicht könnte Nerstheimers antiislamische Grundhaltung sein, die er 2012 in Kommentaren auf einer Internetseite hinterlassen hatte. Darin bezeichnet er sich als Leader der Berlin Division der German Defence League, die die christliche Tradition vor dem Islam schützen will. Den Kommentaren zufolge befinden »wir« uns seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 im Krieg. »Die GDL wird als Miliz aufgebaut und trainiert und wir werden allen islamkritischen Parteien zur Seite stehen«, schreibt Nerstheimer, der 2012 noch der Partei »Die Freiheit« angehörte. »Übrigens, wir sind keine Hooligans, aber wir sind alle Exsoldaten!«, endet einer seiner Kommentare. Auf einer anderen Internetseite brüstet er sich: »Auf unserer Seite haben die meisten Männer gedient aus Pflichtgefühl dem Vaterland gegenüber.«

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Kay Nerstheimer

Der Sprecher der Berliner AfD war bis Redaktionsschluss zum Thema nicht zu sprechen. Laut »Spiegel Online« hatte der Landesvorstand vor wenigen Wochen mit Nerstheimer über seine Vergangenheit gesprochen. Der habe sich »glaubhaft vor seiner früheren Mitgliedschaft [in der GDL] distanziert«, sagte Vorstand Georg Pazderski. Dennoch werde ein Ordnungsverfahren geprüft.

Von Vergangenheit kann laut eines Eintrags auf dem Kurznachrichtendienst Twitter allerdings keine Rede sein. Ein Screenshot seines mittlerweile nicht mehr öffentlichen Facebook-Profils vom 1. September zeigt einen Kommentar Nerstheimers, in dem er den Holocaust an sechs Millionen Juden in Frage stellt und ein Buch des umstrittenen Autors Norman Finkelstein empfiehlt.

Auch gegen Homosexuelle hat Nerstheimer in der Vergangenheit gehetzt. Wie zuvor der »Tagesspiegel« berichtet hatte, nannte er im Dezember 2014 in Kommentaren auf der Facebook-Seite der heutigen Berliner AfD-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch Homosexuelle eine »degenerierte Spezies«, vor »so etwas« müsse man Kinder schützen. Dem Bericht zufolge war der Kommentar eine Reaktion auf eine Aussage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck. Er hatte gefordert, dass auch Lesbierinnen ein Rechtsanspruch auf ein Kind haben müssen. »Die schlimmste politische Klientel zieht jetzt ins Parlament«, sagte Carsten Schatz, queerpolitischer Sprecher der Linksfraktion, dem »nd«. Die AfD habe im Wahlkampf erklärt, man müsse dafür sorgen, dass Homosexuelle nicht von der Scharia-Polizei verprügelt werden. Nun zeige Nerstheimers Kommentar: »Nicht die Scharia-Polizei ist das Problem.«

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