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23.09.2016

Böllerwerfer müssen selbst Strafen zahlen

Bundesgerichtshof urteilt, dass Fußballvereine vom DFB auferlegte Bußgelder von ihren randalierenden Fans zurückfordern können

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Fußballklubs können künftig ihre Fans in Regress nehmen, wenn sie durch das Zünden von Knallkörpern Strafen durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verursachen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe stellte am Donnerstag eine Schadensersatzpflicht fest.

Der 1. FC Köln hatte den BGH angerufen, um ein Vorkommnis vom 9. Februar 2014 im Heimspiel der 2. Bundesliga gegen den SC Paderborn zu klären. Durch das Werfen eines Knallkörpers waren sieben Personen im Kölner Stadion verletzt worden. Der Verein wurde vom DFB-Sportgericht zu einer einer Geldstrafe verurteilt, bezahlte sie und verlangte anschließend vom Beklagten Schadensersatz in Höhe von 30 000 Euro.

Der BGH hat den Fall zur neuen Verhandlung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen, damit dieses die weiteren Voraussetzungen des Schadensersatzanspruchs prüft. Es geht dann um die Feststellung der Höhe der Regressforderung.

»Die Entscheidung des BGH schafft für uns die dringend benötigte Rechtssicherheit bei der Frage, ob wir Strafen des DFB an diejenigen weitergeben können, die sie ursächlich zu verantworten haben«, sagte Thomas Schönig, Vorstandsbeauftragter für Fankultur und Sicherheit beim 1. FC Köln: »Das ist ein wichtiges Signal für die Sicherheit unserer Zuschauer, denn Störer müssen diese Regressforderungen als Folge ihres Fehlverhaltens künftig einkalkulieren.«

Das DFB-Sportgericht hatte eine Strafe von insgesamt 50 000 Euro sowie Bewährungsauflagen verhängt. Weitere 30 000 Euro sind für Projekte und Maßnahmen vorgesehen, die der Gewaltprävention sowie der Ermittlung von Tätern bei Fußballspielen dienen. Das Landgericht hatte der Klage stattgegeben, das Oberlandesgericht hatte sie indes in der Berufung abgewiesen.

»Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass jeden Zuschauer die Verhaltenspflicht trifft, die Durchführung des Fußballspiels nicht zu stören«, hieß es in der Urteilsbegründung. »Verstößt er hiergegen durch das Zünden und den Wurf eines Knallkörpers, hat er für die daraus folgenden Schäden zu haften und sie zu ersetzen.« Dies gelte auch für Geldbußen durch den DFB.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte das Urteil. Gefährliche Knallkörper und Bengalos hätten in Stadien nichts zu suchen, sagte ihr Vorsitzender Oliver Malcho. »Bislang blieben Vereine auf den Strafzahlungen sitzen, wenn eigene Anhänger vorsätzlich zündelten. Fußballchaoten, die ihren Verein auf diese Weise schaden und Menschen in Gefahr bringen, geht es jetzt zurecht empfindlich an die Geldbörse.«

Der Kölner Fall war indes nicht der erste, in dem Klubs Strafen bei Fans eintreiben wollten. Hannover 96 hat dies schon mehrfach versucht - teilweise mit Erfolg. Beim Europa-League-Spiel in Kopenhagen 2011 hatte ein 96-Anhänger Pyrofackeln entzündet, ein anderer war als Flitzer auffällig geworden. Die UEFA verhängte eine Strafe von 15 000 Euro gegen den damaligen Bundesligisten, der Klub erhielt vor Gericht einmal 6000 Euro und einmal 2500 Euro von den Fans zurück.

Die Vereine können jetzt zwar Störer haftbar machen. Dazu müssen diese aber erst mal ermittelt werden. Die Täter haben viele Tricks, um nicht erkannt zu werden: Sie sind meist vermummt, verstecken sich oft hinter Choreographien und wechseln die Kleidung. Zudem bietet ihnen der Rauch von Bengalos eine perfekte Tarnung. » Agenturen/nd

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