Afrikas ungelenkte Urbanisierung

Fehlgeleitete Entwicklungspolitik mit mangelnder sozialer Integration lässt Armenviertel wuchern

  • Von Anne Gonschorek, Kapstadt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Derzeit leben 1,2 Milliarden Menschen in Afrika; etwa 40 Prozent von ihnen in Städten. Dieser Urbanisierungsprozess kostete den Kontinent etwa 60 Jahre. Zum Vergleich: Europa hatte dasselbe Urbanisierungsausmaß bereits im Jahr 1910 erreicht. Nun holt Afrika rasant auf.

In den kommenden 50 Jahren soll sich die Stadtbevölkerung des Kontinents verdreifachen. Das heißt allerdings auch, dass über 900 Millionen Afrikaner neu untergebracht werden müssen. »Die Zeit zu handeln, ist jetzt«, mahnt Takyiwaa Manuh, Direktorin der Sozialentwicklungsabteilung der UN-Wirtschaftskommission für Afrika. »Wenn der Kontinent wartet (...), könnte es bereits zu spät sein, um die unhaltbaren Pfade rückgängig zu machen.«

Denn Afrikas Urbanisierung wurde nicht wie anderswo von einer Industrialisierung der Wirtschaft begleitet. Viele Länder hängen noch immer stark von der Ressourcengewinnung ab und auch das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt wuchs nur sehr ...


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