Werbung

Peso auf Talfahrt

Die mexikanische Währung hat gegenüber dem Dollar stark an Wert verloren - nach Ansicht des Präsidenten ist Donald Trump schuld

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Schallmauer von 20 Pesos pro US-Dollar ist nicht mehr weit weg. Für viele Mexikaner bedeutet der Kursverfall ihrer Währung steigende Preise, für Exportunternehmen hingegen einen Vorteil, denn ihre Produkte sind in den USA nun günstiger. Seit dem Amtsantritt von Präsident Enrique Peña Nieto im Jahr 2012 hat der Peso über 50 Prozent an Wert gegenüber der Währung des wichtigsten Handelspartners eingebüßt.

Die kontinuierliche Abwertung des Peso ist der Stärke der US-Wirtschaft geschuldet und der Schwäche der mexikanischen. Mexikos Konjunktur leidet unter dem Ölpreisverfall, zudem haben viele Reformen der Regierung nicht die versprochene Dynamik entfaltet.

Parallel zur verfallenden Währung hat die Verschuldung der öffentlichen Hand eine Quote von 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Das passt vielen Wählern ebenso wenig wie die steigenden Lebenshaltungskosten. Die Preise kennen nur eine Richtung und unter der Regierung der Partei der Institutionalisierten Revolution ist es nicht gelungen, die Armutsquote zu senken: Laut aktuellen Statistiken leben 55,3 Millionen Mexikaner unter der Armutsgrenze - 46,2 Prozent der Bevölkerung.

Das hat Folgen: Peña Nieto hat die niedrigsten Zustimmungswerte eines mexikanischen Präsidenten seit langem. Kürzlich forderten einige Tausend Demonstranten ihn zum Rücktritt auf. »Peña Nieto unfähig - tritt zum Wohle Mexikos zurück« stand auf Plakaten, auf anderen wurde der Politiker als korrupt bezeichnet. Auch auf die Zunahme von Menschenrechtsverletzungen wurde hingewiesen.

Der Präsident schiebt die Verantwortung hingegen von sich und macht das Nachbarland für die ökonomische Unsicherheit mit verantwortlich. Speziell kritisierte er den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der Ende August Mexiko besucht und dabei seine Pläne bekräftigt hatte, eine Mauer zwischen den beiden Staaten zu errichten, um die Einwanderung Richtung USA zu stoppen. Manche Ökonomen befürchten Exporteinbußen, sollte Trump nächster US-Präsident werden. Jede neue Wahlumfrage beim großen Nachbarn lässt den Devisenkurs steigen oder fallen. Nach dem TV-Duell vom Montag, bei dem Konkurrentin Hillary Clinton laut Analysten die Nase vorn hatte, stieg der Peso um zwei Prozent gegenüber dem Dollar.

Er habe Trump wohl zu früh eingeladen, übte Peña Nieto indes ein wenig Selbstkritik, aber Mexiko sei in keiner Krise. Die Wirtschaft wachse, die Inflation sei niedrig, es würden Jobs geschaffen. Gleichwohl erwartet er, dass die Nationalbank Maßnahmen einleitet, um bei anhaltendem Kursverfall den Peso zu stützen.

Das wird zwar vielfach gefordert, aber nach Ansicht von Gewerkschaftsberater Enrique Gómez widerspricht die Darstellung Peña Nietos den Realitäten. »Die Preise für Medikamente sind um 30 Prozent gestiegen, auch die für Strom und Benzin gehen nach oben. Zudem drohen weitere Entlassungen im Staatsdienst.«

Auch in der Presse gibt es Kritik: Da Peña Nieto Wirtschaftswachstumsquoten von über sechs Prozent prognostiziert habe, müsse er sich die realen Wachstumszahlen von nicht mehr als 2,1 Prozent in seiner Amtszeit vorhalten lassen, schreibt die Tageszeitung »Milenio«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!