Sandstürme, Missernten, Vertreibung, Fluchten

«Früchte des Zorns» von John Steinbeck - 1939 geschrieben und doch erschreckend aktuell

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die Leute kommen mit Netzen, um die Kartoffeln aus dem Fluss zu fischen, aber die Wächter verbieten es ihnen. Sie kommen in ratternden Wagen, um sich Orangen zu holen, aber die Orangen sind mit Petroleum bespritzt. ... Sie sehen die Orangenberge zu einem Fäulnisbrei zusammensinken, und in den Augen der Hungernden steht ein wachsender Zorn. In den Herzen der Menschen wachsen die Früchte des Zorns und werden schwer, schwer und reif zur Ernte.«

Die ins Säkulare gewendete apokalyptische Vision aus der biblischen Offenbarung des Johannes hat dem Roman nicht nur den Titel gegeben, sondern die Sätze bilden auch einen Höhe- und Mittelpunkt des Romans. Ans Ende hätten sie nicht mehr gehört, geht die Geschichte der amerikanischen Farmerfamilie Joad, die hier erzählt wird, doch Schritt für Schritt und unaufhaltsam auf den Untergang zu - ohne dass der Zorn der Menschen so reift, dass eine Rettung möglich erscheint. Das alles ist bitter und schwer ...


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