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Schlag ins Gesicht der Kriegsmüden

Martin Ling über das »Nein« zum Friedensabkommen in Kolumbien

Einer hat bei der Volksabstimmung in Kolumbien gewonnen: Der Ex-Präsident und Kriegstreiber Álvaro Uribe. Er stand an der Spitze der »Nein«-Kampagne mit kräftigem Eigeninteresse: Die geplante Wahrheitskommission würde Uribes Nähe zu den Paramilitärs erneut belegen und auch seine Verantwortung für das Massaker von 1997 in dem damals von ihm als Gouverneur regierten Departamento Antioquia neu zur Sprache bringen.

Für Kolumbiens kriegsgeplagten Teil der Bevölkerung sind das »Nein« und die niedrige Wahlbeteiligung ein Schlag ins Gesicht. Die dem bewaffneten internen Konflikt zuvorderst ausgesetzte Landbevölkerung hat mit großer Mehrheit für den Vertrag gestimmt - auch in von FARC-Verbrechen betroffenen Gemeinden. Die Stadtbevölkerung - die den Konflikt teils nur aus den Medien kennt - ging der Propaganda Uribes über die softe Behandlung der Guerilleros auf den Leim und stimmte überwiegend mit »Ja«, wenn sie sich überhaupt an die Urnen bequemte.

Ein »Ja« wäre ein wichtiger Schritt in einem langwierigen Friedensprozess mit vielen Fallstricken gewesen. Das »Nein« bedeutet nun nicht das Ende, allerdings einen deutlichen Rückschlag. Die Regierung von Santos und die FARC-Guerilla müssen offenbar in weiten Teilen der Bevölkerung noch Überzeugungsarbeit leisten. Die Aussicht auf Frieden wäre es wert.

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