Stefan Amzoll 05.10.2016 / Kultur

Protokolle der Angst

Uraufführung in der Staatsopern-Werkstatt: »Comeback« von Oscar Strasnoy und Christoph Hein

Es gibt ein witziges Foto von Heiner Müller. Er mitten in New York auf einer Straße. Sein Kopf mit Zigarre im Maul guckt aus einem Gully-Loch heraus. Der Gully-Deckel liegt daneben. Die alte Tilla Durieux ist in »Comeback« in ähnlicher Lage. Den kompletten Verlauf über steht, kniet, hockt sie, was nur zu ahnen ist, in einem Loch, die Rüschen ihres Kleides rändern es, und trällert ihr Lied. Was ist schlimmer, Dauerhocken auf dem Klo in der Gefängniszelle oder diese alberne Lage über 75 Minuten weg? Die ist tatsächlich albern. Denn so wenig Tilla aus dem Loch kommt, so wenig entkommt sie anfänglich ihrem Tonfall des Schwärmens. Sie scheint Gefangene ihrer selbst, im weiteren Sinn Gefangene der Umstände, die sie sich zu vergegenwärtigen sucht.

Ein schwieriger, auch schmerzhafter Vorgang. Nicht ohne Liebreiz. Maria Husmann singt nämlich die zerrissene Tilla alt (Tilla 2) charmant, sentimental ohne Tränen, einfach grandios. Ihre nostalgisch...

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