Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Das »nd« in den Farben Brandenburgs

Ausstellung im Landtag zeigt, wie »neues deutschland« seit 1990 den Weg des Bundeslandes begleitet hat

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

Um die Jahrtausendwende bekannte der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) in einer Landtagsdebatte gegenüber dem Abgeordneten Heinz Vietze (PDS) augenzwinkernd, dass auch er selbst gewohnheitsmäßig jeden Morgen das »neue deutschland« aufschlage und sich dort die Gedanken des Tages hole.

Sollte das der Wahrheit entsprochen haben, hätte sich Stolpe selbst einen guten Dienst erwiesen. Denn das »nd« hat die Geschichte des 1990 gegründeten Brandenburgs begleitet und abgebildet. Die in dieser Woche im Potsdamer Landtag eröffnete Ausstellung dokumentiert, welches Bild die sozialistische Tageszeitung in jenen 25 Jahren vom Berliner Umland gezeichnet hat.

Die Ausstellungseröffnung auf dem Flur der Fraktion der LINKEN wurde durch die Abgeordnete Anita Tack moderiert. Gast war auch Michael Müller, Begründer der Brandenburg-Seite der Zeitung. Es war jene Zeit, als sich der Verlag gleichzeitig von der Mehrzahl seiner Mitarbeiter trennen musste. Als nützlich habe sich damals erwiesen, dass man mit Akteuren wie Manfred Stolpe oder Heinz Vietze schon zuvor bekannt gewesen sei. »Doch dann kamen eine Frau Birthler und ihr Mann. Die kannten wir nicht«, sagte Müller. Viel Zeit blieb nicht, um die Bildungsministerin von Bündnis 90 und den SPD-Landtagsfraktionschef kennenzulernen.

Der aktuelle Brandenburg-Redakteur, Andreas Fritsche, erinnerte an die Schwierigkeiten, die der Eintritt der LINKEN in die Landesregierung 2009 für die Zeitung mit sich brachte. In den vergangenen zwölf Jahren, in denen er die Seite verantwortet habe, habe es die Linkfraktion mit ihm nicht immer leicht gehabt. »Aber ich gebe zu bedenken, dass es nicht meine Aufgabe ist, Politikern zu gefallen«, so Fritsche. Ihm assistierte der langjährige Potsdam-Korrespondent Matthias Krauß, der zumeist unter dem Namen Wilfried Neiße schreibt.

Die in der Ausstellung gezeigten »nd«-Seiten illustrieren regionalpolitische Zäsuren jener Jahre, wie den Wahlkampf zwischen dem damaligen SPD-Kandidaten Matthias Platzeck und dem PDS-Politiker Rolf Kutzmutz um das Amt des Potsdamer Oberbürgermeisters. Das Wirken von Persönlichkeiten wie Lothar Bisky und Regine Hildebrandt. Die Abstimmung über die Länderfusion 1996, als eine Mehrheit der Brandenburger die Länderehe mit Berlin ablehnte. Raum bekommt die Bildung der ersten rot-roten Regierungskoalition, der Absturz der LINKEN in der Wählergunst und die Flüchtlingssituation im Land. Naturgemäß wurden die Entwicklungen innerhalb der PDS/LINKEN vom »nd« stets besonders sorgfältig verfolgt.

Bis heute bietet das »nd« als überregionale Zeitung in der Hauptausgabe täglich eine Seite mit Nachrichten und Berichten aus Brandenburg. Verlagsleiter Olaf Koppe versicherte, dass die Brandenburg-Seite im Verbund mit dem Berlin-Ressort erhalten bleibe. Mit 43 Prozent der verkauften Auflage sei die Region ein Schwerpunkt, dem das Blatt auch weiter Rechnung tragen wolle.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln