Falscher Schein

PERSONALIE

In der Welt des Medienmoguls Rupert Murdoch gelten konservative Werte wie Anstand und Ehrlichkeit wenig. Wenn es nicht unanständig wäre, müsste man an dieser Stelle den Vorwurf der »Lügenpresse« erheben. Die »Zeit« hat Murdochs Medienmaschine einmal so charakterisiert: »Eine klare politische Ausrichtung - hart rechts, - gepaart mit einer Mischung aus Sex und Sensationen«.

Zu denen, die dieses Geschäft im Sinne Murdochs am besten beherrschten, gehörte jahrelang Mazher Mahmood. Mit falscher Identität lockte er Prominente in die Falle, nötigte sie dazu, Aussagen zu tätigen, die sie politisch oder gar juristisch belasteten. Wie schnell das auch ins Denunziatorische driftete, zeigt der Fall von Prinz Harry, den Mahmood des Drogenkonsums »überführte«.

Mahmoods Methoden waren immer umstritten, aber richtig eng wurde es für ihn selbst dann nicht, als sein Arbeitgeber, das zum Medienimperium von Murdoch gehörende Boulevardblatt »News of the World«, 2011 eingestellt werden musste, nachdem bekannt geworden war, dass die Zeitung jahrelang illegal Politiker und Prominente abgehört hatte. Mahmood wechselte daraufhin zu einem anderen Murdoch-Blatt, zur »Sunday Times«.

Jetzt brachte ihn eine ältere Geschichte zu Fall - und mit ihm seinen Arbeitgeber auch finanziell in die Bredouille. Ein Gericht befand ihn schuldig, in einem Verfahren gegen die Sängerin Tulisa Contostavlos Beweismaterial gefälscht zu haben. Mahmood hatte sich der Künstlerin gegenüber als Filmproduzent ausgegeben und ihr eine Rolle an der Seite von Leonardo di Caprio in Aussicht gestellt. Im Gegenzug sollte sie ihm Kokain beschaffen. Die Klage gegen die Sängerin wurde jedoch abgewiesen, weil, so der Richter, anzunehmen sei, dass Mahmood gelogen habe. Das wurde jetzt in einem Prozess gegen den Journalisten bestätigt.

Weitere Fälle sollen nun ebenfalls gerichtlich untersucht werden. Rupert Murdochs Medienimperium drohen nach Ansicht von Anwälten Klagen auf Entschädigung in Höhe von 800 Millionen Pfund (888 Millionen Euro).

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