Zwei Stücke über das Ende

Unter Bernard Haitink spielten die Berliner Philharmoniker Schubert und Mahler

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der holländische Dirigent Bernard Haitink ist jetzt 87. Eine Legende. Allein wie er aufs philharmonische Podium trat, betörte das Auge. Gemessen, vornehm, bewundert von Musikern und Publikum gleichermaßen. Natürlich trägt er einen Frack. Der ist obligatorisch. Aber der wedelt selbst dann nicht, wenn Haitink dem Orchester Rage abverlangt, wie sie bei Mahler häufig vorkommt. Haitinks Körper, so gespannt seine Sehnen sein mögen, bleibt ruhig. Das sagt auch, er ist unangefochten der Souverän über die Musik. Bekannt geworden ist Bernard Haitink auch durch Experimente extremer Verlangsamung von Sätzen. 1988 brachte er eine Version des Adagiettos aus Gustav Mahlers 5. Symphonie, die 13 Minuten dauerte. Eine Schallplattenaufnahme hält das fest. Der Satz geht normalerweise nicht länger als acht Minuten.

Die Philharmoniker kennen den Altmeister schon sehr lange. Seinen Einstand gab er 1964 mit einem Beethoven-Programm. Im Dezember vorigen Jahres...

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