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Privileg der besten Jahre

Josephine Schulz über die eigentlichen Stressmacher im Studium

  • Von Josephine Schulz
  • Lesedauer: 1 Min.

Über die Hälfte der Studierenden fühlt sich gestresst, heißt es in einer Studie der AOK. Grund seien vor allem gestiegene Leistungsanforderungen. Das mag grundsätzlich zutreffen, für manche Studienfächer mehr als für andere. Dennoch: An kaum einer Universität werden Studenten exmatrikuliert, wenn sie im Semester nicht alle Prüfungen absolvieren und sich das Studium in die Länge zieht. Schlimmer als die Ansprüche der Uni ist der Druck von außen.

Zum einen die irrsinnigen Anforderungen von Arbeitgebern, die sich Anfang 20-jährige Masterabsolventen mit umfangreichen Praktikums- und Auslandserfahrungen wünschen. Zum anderen die finanzielle Belastung. Die spaltet die Studierendenschaft in die Wenigen, die es sich leisten können, im Studium verschiedene Interessengebiete auszuprobieren und sich beim Lernen Zeit zu nehmen, und die Anderen, die mehrere Tage in der Woche jobben gehen und deren BAföG oder Stipendien an die Regelstudienzeit gebunden sind. So werden - wenngleich noch relativ weit davon entfernt - die Bedingungen den angloamerikanischen immer ähnlicher und das Studium als freie, kreative Zeit zum Privileg für wohlhabende Studenten. Pläne wie der von Baden-Württembergs grüner Wissenschaftsministerin, Studierenden, die ihr Abitur in einem Nicht-EU-Land erworben haben, im Jahr mehrere tausend Euro abzuknöpfen, geben diesem Negativtrend zusätzlichen Schwung.

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