Als Deutsche heilige Schreine sprengten

Eine Ausstellung in Hannover erinnert an den Kolonialismus - sie zeigt Rassismus schon im Kinderbilderbuch

  • Von Hagen Jung, Hannover
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»O, guter Weißer, erbarme dich - kaufe mich, ich bet' für dich!« Kein Sklavenhändler, kein Zuhälter präsentiert das dunkelhäutige Mädchen, das diesen Spruch vor sich trägt, sondern eine weiße Ordensschwester. Sie und die junge Schwarze, wohl als Magd für deutsche Kolonialherren ausgesucht, sind zurzeit im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover auf einem Foto zu sehen: im Rahmen der Ausstellung »Heikles Erbe - Koloniale Spuren bis in die Gegenwart«. Das Bild vermittelt, wie in Deutschland jene Menschen gesehen wurden, deren Heimat sich des Kaisers Reich angeeignet hatte: als Ware, allenfalls als Dienstboten zu gebrauchen. Oder für die Exotenschau im Tierpark, als »Wilde«.

Dass dieses rassistisch geprägte Bild schon Kindern vermittelt wurde, belegen weitere Exponate. »Nickneger« genannte Sparbüchsen beispielsweise. Warf man eine Münze in den »Eingeborenen«, senkte sich demütig dessen mit wulstigen roten Lippen verunzierter Kopf: Danke...

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