Hans-Dieter Schütt 18.10.2016 / Literatur
Buchmesse Frankfurt/Main

Bordell und Buße

Günter de Bruyn hat den Dichter Zacharias Werner wiederentdeckt

Nichts ist oberflächlicher als ein Verstand, der alles und jeden versteht. Die Abweichung macht den Charakter, Charakter schafft Widerstand, Widerstand produziert Einsamkeiten. Zacharias Werner - 1768 geboren, 1823 gestorben - war einsam. Einsam vor allem in der Radikalität seiner Gegensätze: Erst Dichter, dann Prediger; gejagt vom sexuellen Trieb, gepeitscht vom Buße-Begehren, er hasste sich selbst und berauschte sich am Missionieren. Er war einer der Romantiker, die zum Katholizismus konvertierten und die europäische Restaurationsepoche um die traurige Gilde der zerrissenen, religiös durchzitterten Geister bereicherten.


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* Günter de Bruyn: Sünder und Heiliger. Das ungewöhnliche Leben des Dichters Zacharias Werner. S. Fischer Verlag. 224 S., geb., 22 €.


»Sünder und Heiliger« nannte Günter de Bruyn ...


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