Johanna Treblin 18.10.2016 / Berlin / Brandenburg

In der Warteschleife

Nach dem LAGeSo-Chaos im vergangenen Jahr harren Flüchtlinge noch immer lange aus - aber nicht mehr sichtbar

In der Unterführung zwischen U-Bahn und ICC räkelt sich ein Mann in seinem Schlafsack. Unweit von ihm liegt eine zweite aufgerollte Schlafmatte. Es stinkt nach Urin. Oben scheint die Sonne. Auf einer schmalen Bank schläft ein weiterer Mann, hinter ihm sitzt ein Pärchen mit Rucksäcken, das auf einen Bus wartet. Über die viel befahrene Straße eilt Hamed Noori, enge Jeans, T-Shirt, dünne Sweatshirtjacke, eine weiße Dokumententasche in der Hand. Aus ihr kramt er vor dem Absperrgitter einen roten Din-A-4-Zettel hervor - seine Eintrittskarte für das ehemalige Kongresszentrum, das seit August als vorgelagerter Standort des Berliner Flüchtlingsamtes genutzt wird. Es ist 8.30 Uhr.

Seit Mai müssen alle Flüchtlinge im Asylprozess, die einen Termin beim Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in Berlin haben, sich morgens zunächst am ICC melden, bevor sie bei einem Sachbearbeiter an der Turmstraße vorsprechen können. Dort harrten im ve...

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