Hans-Dieter Schütt 18.10.2016 / Kultur

Woyzecks Wahn

Klaus Kinski wäre 90

Es mutet seltsam an, die Schauspielkunst als lebensgefährliche Arbeit zu bezeichnen. Das ist zunächst so, als wolle man, nur weil der Dramatiker Ödön von Horváth von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde, auch die schriftstellerische Existenz kurzschlüssig als lebensgefährlich bezeichnen. Aber wer Klaus Kinski sah, der wusste, was Lebensgefährlichkeit ist. Es geht dabei um den Bannstrahl, den ein Darsteller sendet. Kinski mit seinen Glotz- und Zauberaugen, mit diesem nach Skandal schnappendem Gefräßigkeitsmaul, dieser Berufsbösewicht und »Erdbeermund«-Prediger - er machte »Männern die Hölle, Frauen die Höhle heiß«, wie er selber potenzprotzte. Er übersprang wie kein Anderer die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation, zwischen Wahn und Wahrheitsschärfe, zwischen Apathie und Ausbruch, zwischen schneidender Gemeinheit und armseliger Kreatürlichkeit; er spielte atemberaubende Varianten von Fiebrigkeit, Aggressivität und Erschöpfung. ...

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