Folge 142: Trikont

Lexikon der Bewegungssprache

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Kampf ohne Machtbekenntnis

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Trikont, Dritte Welt, Globaler Süden. Alle Begriffe haben ihre Berechtigung, alle haben ihre Unschärfen. Trikont leitet sich von den drei Kontinenten Asien, Lateinamerika und Afrika ab und soll die durch eine ähnliche Kolonialgeschichte verbundenen armen Länder auf einen Punkt bringen. Dabei fällt Ozeanien unter den Tisch. Der Begriff »Dritte Welt« steht in der Kritik, weil er vielen als abwertend konnotiert gilt: rückständig, mit selbst verschuldetem Abstand zur »Ersten Welt«. Allerdings wurde der Begriff durch den antikolonialen Theoretiker Frantz Fanon emanzipatorisch gewendet, der in seinem Hauptwerk »Die Verdammten dieser Erde« von 1961 le tiers-monde (die Dritte Welt) mit den Kolonisierten und Unterdrückten gleichsetzte, die ihm als revolutionäres Subjekt galten. Inzwischen hat sich der Begriff »Globaler Süden« im entwicklungspolitischen Sprachgebrauch an erster Stelle etabliert, wenngleich geografisch nicht gänzlich treffsicher. Australien wird beispielsweise mehrheitlich dem »Globalen Norden« zugerechnet. Der »Globale Süden« definiert eine im globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position. »Globaler Süden« und »Globaler Norden« werden verwendet, um eine Hierarchie zwischen »Entwicklungsländern« und »entwickelten Ländern« aus einer eurozentristischen Sicht heraus zu vermeiden. ml

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