Tobias Riegel 19.10.2016 / Kultur

Meister der Grautöne

John Le Carré wird 85 Jahre alt und legt eine autobiografische Textsammlung vor

Es gibt wenige Autoren, die die Vorstellung westlicher Bürger von den Ränkespielen der Geheimdienste zwischen 1945 und 1989 so geprägt haben wie der Brite John le Carré. Er hat scheinbar realistische Blicke durchs Schlüsselloch der antikommunistischen Schlapphüte simuliert und dabei »seine« einsamen, deprimierten und ungesunden Spione aus den Kasinos, Grandhotels und Privatjets Ian Flemings abgeholt und dort platziert, wo sie hingehören: in schimmeligen Amtsstuben, verrauchten Zugabteilen, zugigen Grenzposten - und inmitten schwerster moralischer Dilemmas.

1989 brach nicht nur ein politisches System zusammen, sondern auch le Carrés inhaltliches. Die Befreiung vom Ost-West-Korsett erweiterte seine Themenpalette, ließ den Meister der Grautöne politisch nach links rücken und zu einem kühlen geopolitischen Beobachter werden. An diesem Mittwoch wird John le Carré 85 Jahre alt und gerade hat er die autobiografische Textsammlung »Der Tau...

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