Werbung

Das Prinzip Schwuppdiwupp

Simon Poelchau wundert es nicht, dass AKW-Betreiber nur halb haften

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Verursacherprinzip ist eigentlich ganz einfach. Es besagt, dass diejenigen, die einen Schaden verursachen, auch die Kosten für dessen Beseitigung übernehmen. Doch wie es leider so mit Prinzipien ist, haben sie im Alltag selten Bestand. Das gilt auch in der hohen Politik.

So wurde in Sachen Folgekosten der Atomkraft lang und breit versichert, dass die Gesellschaft nicht haften werde. Es dürfe keine »Bad Bank« für Kernkraftwerke geben, wurde auf die Finanzkrise von 2008 angespielt, als die Verluste der Banken der Gesellschaft aufgebürdet worden waren. Doch dann kam leider der Sachzwang daher. Die Betreiber der Kernkraftwerke, die jahrelang mit der staatlich aufgepäppelten strahlenden Energiegewinnung kräftig Kohle gemacht haben, sollen jetzt so sehr durch die Energiewende unter Druck geraten sein, dass sie die Folgekosten für ihre radioaktiven Kraftwerke nicht selber tragen können. Und vermutlich stimmt das sogar. Schwuppdiwupp entlässt die Bundesregierung sie also mit ihrem am Mittwoch verabschiedeten Gesetzentwurf aus einem großen Teil der Verantwortung, indem nun der Bund für die Endlagerung des Atommülls sorgen soll.

Schwuppdiwupp wird also das Verursacherprinzip über Bord geworfen, weil nicht mehr die Konzerne als Verursacher des Atommülls für alles haften sollen. Doch überraschend ist diese Umkehrung nicht, denn das Prinzip Schwuppdiwupp hat in Regierungen schon recht lange Bestand.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen