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Fall Hilal: Polizei prüft Zusammenhang mit NSU

Hamburger Ermittler überprüfen DNA-Spuren / Soko »Peggy« aufgestockt

Hamburg. Mehr als 17 Jahre nach dem Verschwinden der Hamburger Schülerin Hilal prüft die Polizei einen möglichen Zusammenhang mit dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU). »DNA-Spuren werden abgeglichen«, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in der Hansestadt zu entsprechenden Medienberichten. Es gebe aber noch keine konkreten Hinweise, dass eine Verbindung bestehen könnte.

Das türkische Mädchen aus dem Stadtteil Lurup war 1999 verschwunden. Anlass für die Untersuchungen ist der kürzlich bekannt gewordene Fund von DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche der kleinen Peggy in Thüringen.

Unterdessen wurde nach der Entdeckung einer DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche der neunjährigen Peggy die Sonderkommission der Kripo aufgestockt. Die Gruppe beim Polizeipräsidium Oberfranken sei von rund 30 auf 40 Beamte vergrößert worden, sagte Sprecher Jürgen Stadter am Mittwoch. »Aber es werden sicherlich noch mehr werden«, betonte er. Denn weitere Spezialisten sollen die Soko »Peggy« in den kommenden Tagen unterstützen. »Auch die Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde personell verstärkt«, hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Peggy war 2001 in Lichtenberg verschwunden. Anfang Juli wurden Skelettteile von ihr in einem Wald in Thüringen entdeckt. Bei den sichergestellten Spuren wurde nun durch Genanalysen die Verbindung zum NSU hergestellt. Nun wollen die Ermittler herausbekommen, ob Böhnhardt, der sich laut Ermittlern 2011 das Leben nahm, etwas mit dem Tod der Schülerin zu tun hat.

Auch in Thüringen wurde von der dortigen Polizei eine Sonderkommission gegründet, um mehrere ungeklärte Todesfälle von Kindern in Raum Jena neu zu untersuchen. Agenturen/nd

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