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AT&T schluckt Time Warner für über 100 Milliarden Dollar

Fusion soll Stellung gegen Online-Rivalen wie Netflix und Amazon sichern / Gigantisches Medien- und Unterhaltungsimperium soll entstehen

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Berlin. Der US-Telekommunikationskonzern AT&T übernimmt das Medienunternehmen Time Warner. Man habe sich auf einen Kaufpreis in Höhe von 107,50 Dollar pro Aktie geeinigt, teilten die US-Unternehmen am Samstagabend mit. Daraus ergibt sich ein Kaufpreis von 85,4 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro). Inklusive übernommener Schulden liegt die Summe bei 108,7 Milliarden Dollar. AT&T will den Kaufpreis zur Hälfte in bar und zur Hälfte in eigenen Aktien bezahlen.

Mit der Fusion entsteht ein gigantisches Medien- und Unterhaltungsimperium. Zu Time Warner gehören der Nachrichtensender CNN, die TV-Produktionsfirma HBO (»Game of Thrones«) sowie das Hollywood-Studio Warner Bros. Die Unternehmen wollen damit der wachsenden Konkurrenz durch Online-Rivalen wie Netflix und Amazon die Stirn bieten. AT&T ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in den USA und der drittgrößte Kabelfernsehprovider des Landes.

Die beiden Unternehmen ergänzten sich perfekt, erklärte der AT&T-Vorstandsvorsitzende Randall Stephenson. Mit dem Deal verfüge das Telekommunikationsunternehmen künftig über »die weltbesten Premium-Inhalte und die Netzwerke, um diese an jeden Bildschirm zu liefern, wann immer die Kunden wollen«.

Mit der Übernahme stößt der größte US-Telekommunikationskonzern weit ins Geschäft mit TV- und Filminhalten hervor. Damit folgt AT&T einem Branchentrend - die Telekom-Konzerne suchen nach neuen stabilen Geldquellen und exklusiven Inhalten für ihre Netze, weil die Erlöse im klassischen Kerngeschäft unter Druck stehen. So kaufte in den USA der Kabel-Anbieter Comcast 2011 NBCUniversal mit der gleichnamigen NBC-Senderkette und dem Universal-Filmstudio.

Das Zusammengehen der beiden Mediengiganten, die gemeinsam einen Marktwert von mehr als 300 Milliarden Dollar haben, dürfte von den Kartellbehörden kritisch beäugt werden. Vor zwei Jahren hatte bereits der Konkurrent 21th Century Fox aus dem Firmenimperium des Medienmagnaten Rupert Murdoch zu einer Übernahme angesetzt, gab jedoch schließlich auf. Time Warner hatte damals ein Angebot über 85 Dollar pro Aktie ausgeschlagen.

Bei dem nun vereinbarten Deal handelt es sich um die bislang größte Unternehmensübernahme im Jahr 2016 - noch vor dem 66 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Gentechnikkonzerns Monsanto durch den deutschen Pharmariesen Bayer. Agenturen/nd

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