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Die Sucht, die uns beherrscht

Karin Henkel inszenierte »Eines langen Tages Reise in die Nacht« am Schauspielhaus Hamburg

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Der Nebel hebt sich nicht, zerrt an den Nerven. Oder ist es etwas anderes, das nachts den Schlaf raubt und am Tag so müde macht? Das Nebelhorn ruft unbeirrt mit schrillem Ton nach den Verirrten. In welchen Hafen führt es sie?

Bei Eugene O’Neill in »Eines langen Tages Reise in die Nacht« in gar keinen. Die Verirrten finden nicht heim, weil die Erinnerungen sie nicht beschützen, sondern quälen. Weil hier jeder raus will - zuerst aus der eigenen Haut, die ihm verhasst ist. So sind die Menschen bei O’Neill, so blickt er auch auf sich selbst. In seiner irischen Einwandererfamilie waren die Männer alle Alkoholiker und die Frauen erschöpft von Hysterie.

Der Literaturnobelpreisträger von 1936 starb 1953 schließlich doch nicht am Alkohol, sondern an Tuberkulose. Seinem Sarg, so heißt es, folgten nur drei Personen: seine Witwe, sein Arzt und seine Krankenschwester. Welch ein Maß an Heimatlosigkeit! Die Neulanderoberer waren bei ihm zuallererst E...


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