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Geflüchtete sollen mit Medien versorgt werden

Senat finanziert mit 125 000 Euro Integrationsmaßnahme in Asylbewerberunterkünften

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Berlins Bibliotheken wollen Flüchtlingsunterkünfte flächendeckend mit Bücherkisten versorgen. Dafür stelle der Senat 125 000 Euro bereit, sagte die Sprecherin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Anna Jacobi. Die Boxen sollen eine erste Versorgung mit Medien bieten. Seit gut einem Jahr geben die Bibliotheken auch Nutzerausweise an Flüchtlinge aus, die noch keine feste Wohnadresse haben. Derzeit haben rund 5200 Leser einen solchen Ausweis. Darüber hinaus gibt es weitere Angebote für die Neuankömmlinge.

Bücherkisten gibt es laut Jacobi bereits jetzt vereinzelt in Flüchtlingsunterkünften. Das Geld vom Senat - es kommt aus dem Masterplan für Integration und Sicherheit - solle nun aber eine breite Versorgung sichern. In den Kisten sollen unter anderem Informationen über Berlin, Sprachkurse oder auch Comics, die das Deutschlernen erleichtern, bereitstehen.

Die Zahl der seit September ausgegebenen Nutzerausweise für Flüchtlinge ohne amtliche Meldebescheinigung sei sehr schnell gestiegen, sagte Jacobi. Die Ausweise, mit denen Medien ausgeliehen werden können, würden in der Regel auch nicht missbraucht. »Wir haben ganz gute Erfahrungen gemacht. Das Mahnaufkommen ist nicht höher als beim Rest der Leserschaft«, sagte Jacobi.

Die Ausweise sind jeweils drei Monate gültig. In der Regel sei der Aufenthaltsstatus in dieser Zeit auch geklärt und die Leser bekämen dann einen regulären Ausweis. Um in den Bibliotheken lesen oder das kostenlose WLAN nutzen zu können, sei aber kein Ausweis nötig. Daher nutzten auch viele Menschen ohne Ausweis das Angebot.

Die Bibliotheken leisten noch weitere Integrationsarbeit. »Für alle Schüler aus Willkommensklassen gibt es unter anderem Führungen und Workshops. Darüber hinaus stellen viele Bibliotheken und Volkshochschulen ihre Räume für Deutschkurse zur Verfügung«, berichtete Jacobi. Insgesamt käme das Angebot bei den Flüchtlingen sehr gut an. »Wir erreichen auch Menschen, die vorher nicht unbedingt in Bibliotheken gegangen sind«, sagte die Sprecherin. Dies sei auch freiwilligen Helfern zu verdanken. Diese kämen oft mit ganzen Flüchtlingsgruppen und unterstützten diese bei ihren ersten Schritten.

Stefan Rogge vom Vorstand des Landesverbands Berlin im Deutschen Bibliotheksverband lobte die Arbeit der Bibliotheken. »Die Berliner Bibliotheken haben in Abstimmung mit der Senatskanzlei sehr schnell reagiert, als die erste große Welle an Flüchtlingen kam«, sagte Rogge. Berlin sei beispielsweise die erste Stadt gewesen, in der es so schnell und unbürokratisch Ausweise gab. Dennoch gebe es keine gesetzliche Regelung, was die öffentlichen Bibliotheken leisten sollen. Ein neuer Bibliotheksentwicklungsplan wäre deshalb hilfreich, so Rogge. Der letzte Entwicklungsplan stamme aus dem Jahr 1996 und sei nicht mehr ganz aktuell. dpa/nd

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