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AfD-Anhänger verbrennen Koran

Polizei ermittelt nach rassistischer Versammlung in Rostock / Abgeordneter der Rechtspopulisten Arppe distanziert sich

Rostock. Bei rassistischen Protesten im Stadtteil Groß Klein musste die Polizei einschreiten. Nach Angaben der Polizeiinspektion Rostock versammelten sich am vergangenen Sonntagabend gegen 19:45 Uhr mehrere polizeilich bekannte Personen in dem Viertel im Norden der Hansestadt und hielten Transparente des AfD Kreisverbandes Rostock gegen eine »Moschee-Erweiterung« hoch. Dabei kam es auch zur öffentlichen Verbrennung von Koran-Seiten. Nachdem eine zwölfköpfige Gruppe verbal ihren Unmut über die Kundgebung äußerte, schritt die Polizei ein und trennte die beiden Lager. Gegen mehrere Personen wurde ein Platzverweis ausgesprochen und es wurden Anzeigen wegen Beleidigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gegen verschiedene Anwesende aufgenommen.

Die Erweiterung der Gebetsräume einer Moschee wurde zum wiederholten Mal zum Anlass für rassistische Proteste genommen. Bereits in den vergangenen Monaten kam es zu ähnlichen Kundgebungen. Bundesweit Schlagzeilen machte Groß Klein zuletzt durch die Schließung einer Unterkunft für minderjährige Geflüchtete nach anhaltenden fremdenfeindlichen Mobilisierungen und Angriffen.

Auf der Facebook-Seite »Widerstand Rostock«, die dem neonazistischen Kameradschaftsspektrum zugeordnet wird, wurden nach dem Vorfall Bilder eines brennenden Korans online gestellt. Der AfD-Landtagsabgeordnete Holger Arppe distanzierte sich indes öffentlich von dem Vorfall und stritt eine Verbindung zu seiner Partei ab. Dabei war Arppe in der Vergangenheit wiederholt durch Stimmungsmache gegen Muslime aufgefallen: Erst im vergangenen Jahr wurde er wegen Volksverhetzung verurteilt. Anlass waren Kommentare auf einer rechten Internetplattform, die zum Widerstand gegen den Bau einer Moschee und zur Gewalt gegen Andersdenkende aufriefen.

Die LINKE-Abgeordnete im thüringischen Landtag, Katharina König, kommentierte den Vorfall indes mit einem Zitat Heinrich Heines: »...Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen«, teilte sie über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. nd

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