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Das Training vergessen

1. FC Union Berlin verpasst Überraschung in Dortmund

  • Von Matthias Koch und
Heinz Büse, Dortmund
  • Lesedauer: 2 Min.

Auch am Tag nach dem couragierten Auftritt in Dortmund zeigten sich Spieler, Fans und Offizielle des 1. FC Union glücklich und traurig zugleich. »Was die Jungs im Moment leisten, ist großartig. Ich bin stolz, was sie gegen einen Spitzenmannschaft aus Europa abgeliefert hat«, sagte Berlins Trainer Jens Keller. Es wäre keine Frage des Glücks gewesen, »dass wir bis zum Elfmeterschießen gekommen sind«, betonte Keller nach der Partie vor 79 037 Zuschauern.

120 Minuten hatten die »Eisernen« mutig an der Überraschung gearbeitet und das 1:1 gehalten. Aber im Elfmeterduell verließ den Außenseiter die Abgeklärtheit. Wenige Stunden nach der spannenden Pokalnacht konnte zumindest Keller schon wieder scherzen: »Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Die Niederlage geht auf meine Kappe. Wir haben vergessen, Elfmeterschießen zu trainieren.«

Den Schwung wollen die Spieler nun in die 2. Fußball-Bundesliga transportieren, in der sie nach vier Siegen in den jüngsten fünf Partien auf Rang zwei stehen. Am Samstag kommt Fortuna Düsseldorf an die »Alte Försterei«. Dabei wird wieder rotiert. In Dortmund hatte Keller mit Daniel Mesenhöler, Michael Parensen, Simon Hedlund, Eroll Zejnullahu und Kenny Prince Redondo gleich fünf neue Akteure in die Anfangsformation gestellt. Den von 12 000 Unioner Fans bejubelten Ausgleich hatte aber Joker Steven Skrzybski zehn Minuten vor Schluss und 60 Sekunden nach seiner Einwechslung besorgt. Das 1:0 des BVB durch ein Eigentor von Parensen (44.) war damit egalisiert.

»Daran sieht man, wie stark wir sind. Wir können selbst gegen einen großen Gegner mit einem Rückstand umgehen«, bemerkte Kapitän Felix Kroos. Ihm hatten später vom Punkt aber genauso die Nerven versagt wie Stephan Fürstner und Philipp Hosiner - kein Unioner traf ins Tor vor der Dortmunder Stehplatztribüne.

Beim Erinnerungsfoto der Mannschaft vor dem Gästeblock und auf der Rückfahrt mit der Bahn am Donnerstag war die Enttäuschung langsam dem Stolz gewichen: »Wir haben keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir müssen den Blick wieder nach vorn richten und unsere Serie ausbauen«, sagte Fürstner. Im eigenen Stadion wurde Union seit 14 Spielen nicht bezwungen. Der Einsatz von Stürmer Collin Quaner gegen die Fortuna ist wegen Oberschenkelproblemen allerdings fraglich.

Weniger erfreulich war die Vorstellung einiger Berliner Fans. Ihr Versuch, die Einlasstore des Stadions ohne Kontrolle zu überwinden, machte einen Polizeieinsatz nötig. Auch die zweite Halbzeit begann später, weil im Gästeblock Pyrotechnik gezündet wurde. Die Polizei meldete »drei Festnahmen, 28 Strafanzeigen, 15 leicht verletzte Fußballanhänger und sechs leicht verletzte Polizeibeamte.« dpa/nd

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