Die unerwartete Revolution

Wie es im Oktober 1956 zum Volksaufstand in Budapest kam

  • Von Karl-Heinz Gräfe
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Nach dem Ableben von Josef Stalin am 5. März 1953 war die Krise des Staatssozialismus unübersehbar geworden. Sie entlud sich noch im Frühsommer des Jahres in Streiks, Massenaufläufen und Aufständen in der Tschechoslowakei, in Polen und in der DDR sowie drei Jahre später erneut in Polen und in Ungarn.

In Polen hatte Stalin den als »Rechtsabweichler« und »Nationalisten« beschuldigten Parteichef Władysław Gomułka 1948 ablösen und drei Jahre darauf ins Gefängnis verbannen lassen. Der Reformer kam im Gefolge des XX. Parteitages der KPdSU, auf der Nikita Chruschtschow seine berühmte Geheimrede hielt, frei. Am 21. Oktober 1956 kehrte Gomułka in sein Amt zurück.

Den politischen Macht- und Richtungswechsel in Warschau hatte zwei Tage zuvor noch eine »ungeladene« hochrangige Delegation, angeführt von Chruschtschow höchstpersönlich, verhindern wollen. Der sowjetische Verteidigungsminister Georgi Schukow drohte gar, die in Polen stationi...


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