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Klaus Behnken

22. 1. 1944 - 18. 10. 2016

Ein Text muss eine Geschichte erzählen, sagte Klaus Behnken anlässlich einer Blattkritik bei der »Jungle World«. Über tote Texte fällte er ein gnadenloses Urteil, gerade wenn sie in der Zeitung zu lesen waren, die er selbst 1997 mit gegründet hatte und die zuerst in seiner Wohnung, der ehemaligen Ton-Steine-Scherben-WG am Tempelhofer Ufer in Berlin, entstanden war. Klaus hatte sich damals mit dem Geschäftsführer der »jungen Welt« politisch überworfen; als er vor die Tür gesetzt wurde, ging der größere, undogmatische, israelsolidarische Teil der Redaktion mit ihm.

Ich lernte ihn später kennen, als Lektor der »Jungle World«, als Menschen, der entschieden und offen, streng und anregend, eigen, humorvoll und sehr, sehr herzlich war. Klaus schätzte Kluges, Schönes und Wohlschmeckendes, war und blieb kritisch und radikal in seinem Denken und Arbeiten. Er hatte dem Bundesvorstand des SDS angehört, war Lektor, Herausgeber und vieles mehr, bevor er zum Journalismus gekommen war und nachdem er ihn wieder verlassen hatte. Mir ist erst jetzt klar geworden, wie wenig er geschrieben hat und wie gern ich von ihm lesen würde. rst

Reinhard Häfner

2. 2. 1952 – 24. 10. 2016

Reinhard Häfners letztes Pflichtspiel im Dresdner Dynamo-Stadion am Ende der Oberligasaison 1987/88 war für das MfS von besonderem Interesse – nicht wegen Häfner, sondern weil Helmut Kohl als Privatperson mit seiner Familie privat die DDR besuchte. Und Dynamo sehen wollte. Vielleicht hatte der Bundeskanzler auch von der Spielkunst Häfners gehört, der mit Dresden viermal DDR-Meister und viermal Pokalsieger wurde, dazu 1976 in Montreal die Olympische Goldmedaille gewann: Während die Meistertitel seit Jahren in Serie an die Spree zum BFC gingen, wurde der feinere Fußball meist an der Elbe gespielt – was auch an der technischen Brillanz und Spielübersicht Häfners lag.
Anderthalb Jahre später kam Kohl wieder nach Dresden – und sprach vor der Ruine der Frauenkirche. Der Umbruch in der DDR, der dort am 19. Dezember 1989 scharf Richtung deutsche Einheit drehte, bekam Häfner sportlich nicht mehr so gut. Zwar gewann er 1990 noch das Double mit Dynamo als Trainer, führte die Mannschaft 1991 in die Bundesliga. Danach ging es in den Ligen immer weiter runter, Depressionen und Alkohol traten in Häfners Leben. Nach Therapien ging es ihm zwar besser, aber: »Im Profifußball hatte ich nichts mehr verloren«, sagt er zum 60. stf

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