Werbung

In Frauenhand

Derzeit spielen die Frauen erfolgreicher als die Männer Tischtennis, besonders die aus Berlin

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Dass Deutschlands Tischtennisfrauen erfolgreicher sind als die männlichen Kollegen, war in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht unbedingt die Regel, derzeit aber ist es so. Daran haben die für die TTC Berlin Eastside an der Platte agierenden Petrissa Solja (Nr. 16 Weltrangliste) und Xiaona Shan (Nr. 20) als Auswahlaktive großen Anteil. Bei Olympia in Rio standen sie im deutschen Frauensilberteam, das sich nur den übermächtigen Chinesinnen beugen musste.

Auch bei den gerade beendeten EM in Budapest holten die beiden als Duo im Doppelwettbewerb Platz 2 - jubelten da aber nicht ganz so euphorisch, denn im Finale unterlagen sie den nationalen Kontrahentinnen Kristin Silbereisen/Sabine Winter (Kolbermoor) mit 3:4. Bemerkenswerte Randnotiz aus Berliner Sicht zu diesem Duell: Silbereisen war von 2013 bis 2015 für Eastside aktiv, Winter mit Petrissa Solja 2013 bereits einmal Europameisterin im Doppel.

Auch in der Saison 2016/2017 werden sich genannte vier Damen noch einige Male am grünen Tisch gegenüberstehen, denn Eastside und Kolbermoor sind die Hauptanwärter auf den Gewinn von Meisterschaft und Pokal. Aktuell führen sie auf Augenhöhe verlustpunktfrei die Liga an.

Ein Vorteil für Kolbermoor könnte am Ende die Vierfach-Belastung der Berlinerinnen werden, die neben den Turnieren der internationalen Tour, bei der Punkte für die Welt- und Europa-Rangliste zu sammeln sind, auch in der Champions League gefordert sind. »Wochenenden wie dieses jetzt, sind da keine Seltenheit und können schlauchen«, sagt TTC-Präsident Alexander Teichmann, seit Amtsantritt 2011 sozusagen der personifizierte Erfolg des Ostvereins. 12 Titel hat Eastside einstweilen im Briefkopf zu stehen - je dreimal war man Meister, Pokalsieger (jeweils 2014-2016), Champions League- (2012, 2014, 2016) und ETTU-Pokal-Gewinner (2002, 2004, 2007).

Erfolgssatt sind »Macher« und Team deswegen noch lange nicht - und so kann auch ein Wochenende wie das jetzige nicht schrecken. Am Freitagabend musste man beim französischen Topteam TT St. Quentin antreten, das sich mit der inzwischen für Singapur spielenden 20-jährigen Chinesin Jian Zheng (Weltranglisten-18.) verstärkt hat und mit Ran Li- Kath auch eine frühere Eastside-Aktive (2002-2005) aufbietet.

Schon in der Vorsaison standen sich die Klubs gegenüber, damals gewann Eastside beide Partien klar mit 3:0 und 3:1, wobei justament Ran Li-Kath für den Ehrenpunkt sorgte. Nach dem Match ging es nächtens 1000 Kilometer per Bus ostwärts nach Berlin, wo Sonntagmittag (13 Uhr) in der Lichtenberger Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz die als Team der oberen Tabellenhälfte keineswegs zu unterschätzenden Damen von TUSEM Essen als Gegner warten.

»Wir wollen natürlich beide Spiele klar für uns entscheiden und dürfen dabei auf Ausgeglichenheit und Teamgeist bauen«, sagte der sonst eher zurückhaltende Teichmann am Freitag. Zu Saisonstart war mit für seine Verhältnisse ungewohnt forschen Zielaussagen vorgeprescht: »Was soll man mit unserer Bilanz sagen? Etwa, das wir vorne mitspielen wollen? Das wäre unglaubwürdiges Understatement. Natürlich wollen wir zum vierten Mal in Serie beide nationalen Titel gewinnen und in der Champions League minimal das Halbfinale erreichen.« Was in der Königsklasse am Ende möglich sei, hänge von Tagesform und Verletzungsfreiheit ab.

Auch Trainerin Irina Palina (46), schon seit 1997 in Berlin als Spielerin und Trainerin aktiv und damit Vereins-Urgestein, ist ehrgeizig wie eh und je: »Es geht weiter! Wir haben noch Luft nach oben! Von der Bestform sind unseren Frauen nach den Mehrfachbelastungen der letzten Monate mit Olympia als Highlight noch ein Stück entfernt«, sagt sie. Und Präsident Teichmann, Inhaber einer Werbeagentur, setzt gleich noch einen drauf: »Wir wollen unsere Leistung unter immer neuen Voraussetzungen immer neu bringen.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!