Späte Anerkennung für Leiden einer Minderheit

Präsident Hollande räumte die Schuld des französischen Staates an der Verfolgung der Nomaden ein

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

»Die Republik erkennt die Leiden der Nomaden an, die interniert wurden, und bekennt sich zur großen Verantwortung für dieses Drama.« Das erklärte der französische Präsident François Hollande bei einer Gedenkzeremonie am vergangenen Wochenende in Montreuil-Bellay. Anlass war der 70. Jahrestag der Öffnung des dortigen größten Internierungslagers für französische Zigeuner oder Gens de voyage (Fahrendes Volk) - wie sie sich selbst in Abgrenzung zu den mittel- und osteuropäischen Sinti und Roma nennen. In Anwesenheit einiger Zigeuner, die seinerzeit als Kinder selbst interniert waren, und der Vertreter von Vereinigungen französischer Nomaden räumte der Präsident ein, dass die Opfer und ihre Nachfahren lange auf diese Geste hatten warten müssen.

Ab April 1940, also noch vor dem deutschen Einmarsch, wurde den französischen Zigeunern vorgeschrieben, für die Dauer des Krieges an einem Ort zu bleiben und sich dort registrieren zu lassen. Ab Okto...


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