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Schuld, Verdrängung, Dummheit

Goran Vojnovic hat aus dem Wahnsinn des Jugoslawienkrieges ein wahnwitziges Buch gemacht

  • Von Friedemann Kluge
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Heraklits etwas problematisches Diktum, wonach der Krieg Vater aller Dinge sei, kann man zumindest im Hinblick auf die Literatur gelten lassen: Die ersten literarisch belegten Kriege finden bereits bei Homer statt, und solange es Kriege gibt, wird ein Ende nicht abzusehen ein. Dabei findet der Leser in aller Regel viel Spreu und wenig Weizen. Das ist in der Nachfolgeliteratur des ehemaligen Jugoslawien nicht anders. Der neue Roman des slowenischen Filmemachers und Autors Goran Vojnovic ragt allerdings einsam und weit aus der Masse balkanischer Kriegsbelletristik hervor.

Unter Verwendung etlicher autobiographischer Anklänge erzählt Vojnovic die Geschichte des Vladan Borojevic, dessen Mutter Slowenin, dessen Vater Serbe und der selbst im kroatischen Pula aufgewachsen ist. Der Vater, so hatte es man dem kleinen Vladan nach Beendigung des slowenischen 10-Tage-Krieges erzählt, sei »am 17. Februar des Jahres 1...


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