Wahrlich keine Zeit zum Lachen

Im Verborgenen Museum thematisiert eine sehenswerte Ausstellung das »Schicksal Emigration«

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Begegnet sind sie einander nie. Und doch teilen sie, gleich vielen jüdischen Leidensgenossen, ein gemeinsames Schicksal: die Emigration aus einer feindseligen Atmosphäre in der Heimat. Nicht einmal im selben Land sind sie geboren. Das Verborgene Museum, seit drei Jahrzehnten »Chefausgräber« von vergessenen Künstlerinnen, bringt sie in der Ausstellung »Schicksal Emigration« zusammen.

Als Gerti Deutsch 1908 in Wien zur Welt kam, schien der Tochter eines Fabrikbesitzers mit vielseitiger Erziehung eine gute Karriere gewiss: bis zur Armerkrankung Pianistin, dann als Fotografin mit Ausbildung in Wien. Ein Jahr bleibt ihr in der Donaumetropole, ehe sie 1936 vor der faschistischen Zuspitzung nach London emigriert. Dort eröffnet sie ein Studio, findet in der antifaschistischen »Picture Post« ab 1938 ein Podium für ihre Fotografien. Bis 1950 wird sie in dem Magazin 64 Reportagen publizieren, so auch zu den Transporten jüdischer Kinder aus Deutsc...


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