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In den USA wurde am Dienstag dieser Woche Donald Trump zum 45. Präsidenten gewählt. Seitdem herrscht in den deutschen Medien Ausnahmezustand. In den vergangenen Tagen sind gefühlt hundert Essays zum Ende der Welt, wie wir sie bisher kannten, erschienen. Viele der Verfasser schwanken zwischen hellem Entsetzen und bußfertiger Entschuldigung. Man habe, so der Tenor, offenbar in den vergangenen Jahren zu wenig mit den normalen Leuten gesprochen, sich ihre Ängste und Sorgen angehört und darüber publiziert. Kurzum: Der Eliten-Journalismus hat für sich die soziale Frage entdeckt. Dieser Sinneswandel ist hierdurch zu erklären, dass manchen mit Blick auf die kommende Bundestagswahl Schlimmes schwant. Was, wenn im nächsten Jahr Frauke Petry Bundeskanzlerin wird? Es ist allerdings zu fürchten, dass der Perspektivenwechsel zu Lasten zivilisatorischer Fortschritte geht, zu denen nunmal auch Geschlechtergleichheit oder die Akzeptanz oder wenigstens Toleranz der Mehrheit gegenüber Minderheiten gehört.

Ein anderes Thema - wobei, eigentlich gehört es zu dem eben erwähnten dazu. In Frankreich urteilte am Tag der US-Wahl ein Gericht, dass das Aufstellen von Weihnachtskrippen in öffentlichen Gebäuden in der Regel nicht zulässig sei, es sei denn, so die Urteilsbegründung, die Krippe zeichne sich durch einen »kulturellen, künstlerischen oder festlichen Charakter« aus. Keinesfalls dürfe das Religiöse im Vordergrund stehen. Basis der Entscheidung ist die in Frankreich dem Staat vorgeschriebene religiöse Neutralität.

Nun könnte man einwenden, dass jede Krippe zumindest einen festlichen Charakter hat. Viel wichtiger ist jedoch der Umstand, dass die Meldung in den hiesigen Medien - vor allem in den sich sozial nennenden des Internets - keine Schnappatmung erzeugt hat. Niemand warnte vor der Abschaffung des christlichen Abendlandes, keine rechten Hassmails an den Richter und die »linksversiffte Öffentlichkeit« mäandern durch die Facebook-Seiten. Und deshalb gab es auch niemanden, der, wie in solchen Fällen üblich, die Debatte weiterdrehte und zur Generalkritik an der Repräsentation der Maria und des Josefs in Weihnachtskrippen als »Cisfrau« und »Cismann« ansetzen und auf den Hauptwiderspruch aufmerksam machen konnte: Das Tansgender in der christlichen Weihnachtskrippe überhaupt nicht vorkommen.

So gesehen muss man Donald Trump danken. Sein Wahlsieg hat uns auch etwas erspart. jam Foto: imago/UIG

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