Werbung

Kleinod wird wieder aufgebaut

Bundestag bewilligte unter anderem 62 Millionen Euro für Schinkelsche Bauakademie

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Schinkelsche Bauakademie in Berlin, ein Kleinod klassizistischer Baukunst, kann nach jahrzehntelangem Ringen wieder aufgebaut werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte in seiner abschließenden Sitzung 62 Millionen Euro für das Projekt, wie Berichterstatter Rüdiger Kruse (CDU) am Freitag mitteilte. Das Plenum muss die Entscheidung allerdings noch absegnen.

Der 1836 eröffnete Bau des preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel gilt als wegweisend für das 19. Jahrhundert. Die DDR hatte ihn nach schweren Beschädigungen im Krieg 1962 abreißen lassen. Seit dem Jahr 2004 erinnert eine in Originalgröße errichtete Attrappe an den geometrisch gegliederten Backsteinbau.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sprach von einem »bahnbrechenden Beschluss«. Die Wiedererrichtung sei nicht nur städtebaulich bedeutsam, Berlin brauche auch einen Ort der architektonischen Auseinandersetzung. Der im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zuständige Baustaatssekretär Florian Pronold (SPD) erklärte am Freitag: »Das ist eine gute Nachricht für die Wiedergewinnung der baukulturellen Identität in Berlins Mitte.«

Nach Einschätzung von des CDU-Bundestagsabgeordneten Kruse konnte der Bundestag für das Projekt gewonnen werden, weil es von nationaler Bedeutung sei. Er wünsche sich ein ambitioniertes Projekt, das künftigen Architektengenerationen eine Plattform biete.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Högl sagte: »Mit der Bauakademie können wir die Schinkelschen Ideale in das 21. Jahrhundert übertragen und das Gebäude als ein Forum für nachhaltiges Bauen und Bauen 4.0 nutzen.« Auch die Linksfraktion im Bundestag lobte die Wiederaufbaupläne, wenn am Ende dann ein Gebäude entsteht, das öffentlich genutzt werden könne.

Ursprünglich wurden in der Akademie preußische Baumeister ausgebildet. Seit mehr als 20 Jahren gab es Bestrebungen, das Baudenkmal zu rekonstruieren. Doch Geldmangel und Konflikte bei den Fördervereinen verhinderten das Projekt bisher. Neben dem Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie beschäftigte sich der Haushaltsausschuss in seiner sogenannten Bereinigungssitzung auch mit weiteren Bauten in Berlin.

Demnach werden unter anderem zehn Millionen Euro für die Sanierung des Berliner Ensemble, einst legendäre Bühne von Bertolt Brecht, zur Verfügung gestellt. Rund 8,65 Millionen Euro gehen an den Berliner Dom zur Sanierung der Hohenzollerngruft, die laut Kruse zu den bedeutendsten herrschaftlichen Grabanlagen Europas zählen soll. Ebenfalls unterstützen will der Bundestag den Umbau der katholischen St. Hedwigs-Kathedrale. Das hatte die Linkspartei in der Haushaltssitzung erfolglos zu verhindern versucht. »Der Umbau ist ein Affront gegenüber den Gläubigen, die sich für den Erhalt einer moderne Architektur engagiert haben. Es ist unverständlich, dass dafür Steuergelder ausgegeben werden«, sagte die Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Gesine Lötzsch, am Freitag dem »neuen deutschland«. nd/Agenturen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen